Weinjahrgang 2016: Erste Ernteschätzung sieht ein Minus von 5 Prozent

Jahrgang 2016 wein ernte

Victoria Lergenmüller vom Pfälzer Weingut Sankt Annaberg - Bild: DWI

Während der Frühsommer vielerorts eine Katastrophe war, hat sich der Spätsommer nochmal ordentlich ins Zeug gelegt – gut für die Weingüter und den gebeutelten Weinjahrgang 2016. Dank des konstant schönen Wetters haben die Trauben in den letzten Wochen enorm an Reife zugelegt und das vorhergesagte trockene Herbstwetter wird wohl weitgehend eine entspannte Weinlese der einzelnen Sorten zum jeweils optimalen Reifestadium ermöglichen.

In den meisten Anbaugebieten ist die Weinlese schon gestartet: Los geht's mit frühreifen Rebsorten wie Müller-Thurgau oder Dornfelder, die Burgundersorten kommen im Anschluss. Der Riesling und andere später reifende Rebsorten werden voraussichtlich – wenn es die Witterungsverhältnisse zulassen – noch bis Ende Oktober geerntet. Denn gerade der "Endspurt" ist von großer Bedeutung: Eine lange Reifephase mit warmen Tagen und kühlen Nächten sorgt dafür, dass sich die Aromen in den Trauben gut entwickeln und ausprägen können.

Falscher Mehltau sorgte für Einbußen

Zu Beginn der Hauptweinlese wagt das Deutsche Weininstitut (DWI) schon mal eine erste Prognose zu den diesjährigen Erntemengen – die angesichts der extrem feuchten Frühsommerwitterung und des damit einhergehenden Pilzbefalls geringer ausfällt als im langjährigen Mittel. Gerade für Bioweingüter war der Weinjahrgang 2016 teilweise ein "Horrorjahr" bis hin zum Komplettausfall, wie auch der Spiegel wieder aktuell berichtet. Dass angesichts wirklich schwer nachvollziehbarer EU-Interessenspolitik keine geeigneten Gegenmaßnahmen getroffen werden konnten, macht diesen Umstand für die betroffenen Bio-Weingüter noch bitterer, wie uns kürzlich der Ecovin-Vorsitzende Ralph Dejas erklärte.

Insgesamt rechnet das DWI aktuell für den 2016er Weinjahrgang mit einer bundesweiten Gesamterntemenge von rund 8,6 Millionen Hektolitern, wodurch die Erntemenge etwa 5 Prozent unter dem 10-jährigen Durchschnittswert von 9 Millionen Hektolitern läge (und 4 Prozent unter dem Vorjahresertrag). Dieser vor dem Hintergrund des "Horrorjahres" vergleichsweise geringe Verlust darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es, wie bereits angedeutet, regional und einzelbetrieblich sehr große Abweichungen vom Mittelwert geben wird. Wollen wir hoffen, dass der schöne Spätsommer auch für die meisten Bio-Weingüter das Ruder herumgerissen hat...

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