Warum gibt es eigentlich keine pinken Weinflaschen?

bunte Weinflaschen

Oder rote, blaue, gelbe...? Ja, gut, gibt's vereinzelt – aber die Farbgestaltung von Weinflaschen ist im wahrsten Sinne des Wortes recht eintönig: bei Rotweinen dominiert das braune, dunkle Glas, bei Rosés und Weißweinen das farblose oder hellgrüne – Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber warum eigentlich?

Weinflaschen-Farbe hat ihre Gründe – gute und schlechte...

Die Färbung der Flasche dient v.a. dem Lichtschutz – hell- und dunkelgrüne Töne haben sich durchgesetzt, weil sie diesen Lichtschutz gewährleisten können und den Leuten als schlichte, unaufdringliche Farben angeblich am besten in den Kram passen. Eine dunklere Glasfarbe soll dem Wein einen UV-Schutz bieten, die Oxidation verhindern und den Wein in der Flasche länger lagerfähig machen. Oder umgekehrt: In den mittlerweile gängigen, komplett transparenten Glasflaschen ist Wein nicht so lange haltbar, wenn er nicht an einem dunklen Ort aufbewahrt wird.

Die Leute wollen das so...

Da ist es doch merkwürdig, dass immer mehr Weine in farblosen Glasflaschen verkauft werden. Zwar kommt nur so die Farbe des Weines richtig zur Geltung, andererseits verliert der kostbare Inhalt einen wichtigen Schutzmantel. Aber viele der Flaschen dürften sowieso ziemlich bald nach dem Kauf getrunken werden, weshalb dieser Punkt in der Masse nicht so ins Gewicht fallen dürfte - und den Leuten gefällts.

Unter dem Schutzaspekt sowie unter der Berücksichtigung ästhetischer Kriterien würde sich doch Schwarz als Weinflaschen Farbe empfehlen, oder? Das wird aber so gut wie gar nicht angeboten. Auf einer Internetseite eines Weinguts haben wir die Antwort gefunden: weil sich schwarze Weinflaschen aufgrund ihrer kompletten "Sichtsperre" und einer somit nicht mehr möglichen Hygienekontrolle nicht zur Wiederverwendung eignen. Ok, das ist ein Argument, mehr Müll wollen wir ja schließlich nicht. Aber es gibt noch weitere: Sonderfarben, die in kleineren Auflagen produziert werden, sind für viele Winzer*innen und somit für die Endkund*innen einfach zu teuer. Wer will schon einen deutlichen Preisaufschlag zahlen, nur weil die Flasche so schön schimmert? Hm, wenn ich darüber nachdenke, bestimmt einige Leute...aber scheinbar nicht genug. Für das Massensegment kommt es also nicht in Frage.

Hauptargument ist also der vermeintliche Wille der Weintrinker*innen – auch wenn mir belastbare Studien zu diesem Punkt nicht bekannt sind. Und auch wenn ich da vielleicht nicht für die andere, gesetzte Hälfte der ...tastes like Wine!-Redaktion spreche: Ich will pinke Weinflaschen! Und rote...und gestreifte... (und zur Müllvermeidung stelle ich Sie mir ins Regal)

alte Weinflasche

Eine Weinflasche um 1750

 

Übrigens:

Wein in Glasflaschen abzufüllen, ist im 17. Jahrhundert aufgekommen und setzte sich in den nächsten beiden Jahrhunderten als verbreitetstes Weinbehältnis durch. Glas ist geschmacksneutral und in Verbindung mit dem Korken, der Ende des 17. Jahrhunderts aufkam, konnte darin nun Wein lange aufbewahrt werden, ohne zu oxidieren oder den Geschmack des Behältnisses anzunehmen.

 

 

Quellen: foodrepublic.com, weingut-fuchs.de, wikipedia.de

Bildernachweis in auftretender Reihenfolge:

Open Clips/Public Domain, Quelle: pixabay.com

Frank Papenbroock/Gemeinfrei, Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Weinflasche#mediaviewer/File:Zwiebelflasche_1750.jpg