…tastes like Wineprobe kompakt: Falesco Appunto aus dem Aldi

Falesco Appunto Rosso Lazio 2013 IGP

Falesco Appunto Rosso Lazio IGP 2013

Falseco Appunto Rosso Lazio 2013 (IGP)

Hochwertig und traditionell soll er sein und zudem im Eichenholzfass gereift, verrät uns das Etikett des Falseco Appunto Rosso Lazio 2013 (IGP). Steht bei Deutschlands größtem Weinhändler für 4,99 Euro im Regal und wurde kurzerhand von uns mitgenommen. So schnell kanns gehen...

Wein bei Aldi zu kaufen ist sicher diskutabel, aber nicht jede*r wohnt in einer Weinregion und manche Leute können sich auch nicht die häufig teureren Weine aus den spezialisierten Weinläden kaufen – oder trauen sich angesichts der unübersichtlichen Vielfalt schlicht einfach nicht rein.

Wie dem auch sei, auf unserem Tisch steht der Appunto Rosso Lazio 2013 des italienischen Weinguts Falesco und wir sitzen erwartungsfroh davor. Es ist ja kein Geheimnis, dass es bei Aldi ab und an durchaus gute Weine zu akzeptablen Preisen gibt – auch wenn uns der letzte Weinkauf eher enttäuscht hat. Mit seinen 4,99 Euro bewegt sich der Appunto preislich im unteren Mittelfeld, da kann geschmacklich schon etwas bei rumkommen. Woher kommt dieser Rotwein nochmal genau? Italia, richtig. Das Weingut Falesco liegt im Herzen Italiens in der Region Latium, an der Grenze zur Region Umbrien. Mit einer Rebfläche von rund 370 Hektar und einer Jahresproduktion von rund 2,5 Millionen Weinflaschen ist Falesco schon ein ziemlich großer Betrieb (der für eine neue Weinkultur in Italien stehen soll – ist das jetzt ein Widerspruch zur eingangs erwähnten Tradition?) – sonst würden wir die Flaschen dieses Weinguts auch nicht bei Aldi finden. Sie haben eine ziemlich professionelle

Falesco Appunto Rosso Lazio 2013 IGP

Falesco Appunto Rosso Lazio IGP 2013

Webseite, die sogar mit einer deutschen Version aufwartet. Sieht natürlich alles schick aus – aber über folgenden Satz bin ich dann doch gestolpert: "Die gleichbleibende Aufmerksamkeit gegenueber italienischen und internationalen Marktanfragen fϋhrt uns in der Definierung unserer Marketingstrategien und in der Kreation von fortgeschrittenen Weinen dem Kundengeschmack immer naeher." Hm, einen Wein nach dem internationalen Kundengeschmack kreieren? Darüber wird in einschlägigen Kreisen seit einiger Zeit viel geschimpft – zurecht, wie wir meinen. Ist es nicht das reizvolle an Wein, dass eine Rebsorte je nach Lage, Region, Klima und Ausbau eine beeindruckende geschmackliche Bandbreite aufweisen kann? Klar, willst Du international viel verkaufen, musst Du den breiten Geschmack treffen – und wenn wir uns über diesen Punkt weiter aufregen wollen, dürfen wir künftig natürlich nicht mehr bei Aldi einkaufen gehen... aber trotzdem! Die übrigen Weine des Weinguts sind alle etwas bis viel teurer als unser Exemplar – und der im Aldi erhältlich Falesco Appunto Rosso Lazio 2013 ist auch gar nicht auf der Webseite des Weinguts vertreten. Scheint eine Sonderabfüllung für den internationalen Markt zu sein.

Falesco Appunto Rosso Lazio 2013: Schmeckt er?

Falesco Appunto Rosso Lazio 2013 IGP

Falesco Appunto Rosso Lazio IGP 2013

Aber kommen wir mal zum Geschmack. Die Flasche steht immer noch auf dem Tisch und starrt uns ungeduldig an. Sie hatte ihre Zeit zu atmen, nun wird's ernst. Im Glas fällt zunächst die dichte, dunkle Farbe dieses Weines auf und lässt als "schweres Versprechen" unsere Augen funkeln. Auch der Duft ist vorzeigbar: schön schwer, aber unaufdringlich, eine feine Vanillenote steigt in die Nase. Nach kräftigem Schwenken steigt auch ein alkoholischer Geruch auf, der sich jedoch ebenfalls vornehm zurückhält. Auch wenn mir schon ein komplexeres Bouquet untergekommen ist, der Falesco Appunto riecht gut und lässt auf einen passablen Tropfen hoffen. Und tatsächlich: schmeckt lecker, lässt mich meine Trinkgesellschaft wissen. Ja, schmeckt gut, mittelschwer, leichte Röstaromen kommen zum Vorschein und im Abgang etwas Lakritz. Irgendwas mit Frucht ist sicher auch dabei...ähem. Überholzt ist der Appunto auf jeden Fall nicht. Macht ein warmes Gefühl. Warm ist gut. Leicht bitter ist er auch – aber glücklicherweise meilenweit entfernt von der sprichwörtlich bitteren Erfahrung, die wir mit dem Shiraz von Wolfgang Blass (auch aus dem Aldi) gemacht haben.

Fazit: Ja, kann man trinken, spricht nichts dagegen. Kein Wein, der dir ein Strahlen ins Gesicht zaubert und von dem du später begeistert deinen Freund*innen erzählen wirst, aber ein guter Wein für zwischendurch, der seinen Job macht.

Nachtrag: Ganz vergessen zu erwähnen, beim Falesco Appunto handelt es sich, wie Ihr sicher schon vermutet habt, um ein Cuvée verschiedener nicht benannter Rebsorten.

Quellen: falesco.it, superiore.de, Nase & Gaumen

Bilder: ...tastes like Wine!