Neue Forschungsergebnisse wirbeln alte Wein-Wahrheiten durcheinander

Bakterien WeinWas prägt den Weingeschmack? Die Rebsorte, klar, aber v.a. wird das Können der Winzer*innen sowie das “Terroir” für den guten oder auch weniger guten Geschmack und die Qualität eines Weines verantwortlich gemacht. Nur eine Sache fand bisher so gut wie nie Erwähnung – was ein US-Forschungsteam aus Illinois dank seiner Entdeckung für die Zukunft wohl geändert hat.

Die Wissenschaftler*innen haben herausgefunden, dass beim Weinbau nicht nur das jeweilige Klima sowie der besondere Mineralstoffgehalt des Bodens über die Qualität des späteren Weines entscheiden, sondern auch Bakterien. Genauer gesagt: Bodenbakterien. Das ist an sich nichts Besonderes, bekanntlich wimmelt es im Boden nur so von Bakterien und anderen Kleinstlebewesen. Jedoch konnten die Forscher*innen Bakterien Weinnachweisen, dass die Mikroben keineswegs nur im Boden ihr Werk verrichten, sondern sogar ihr dunkles Reich verlassen, um an den Weinstöcken bis in die Spitzen der Reben emporzukriechen, um sich dort anzusiedeln. Dass es diese Bakterien im oberirdischen Teil des Weinberg gibt, war schon zuvor bekannt. Nur ging man bisher davon aus, dass ihre Verbreitung durch Wind und Wetter, Vögel und Insekten geschah – und nicht als Ergebnis einer selbständigen Wanderschaft.

Bakterien WeinÜberall Bakterien…

Bakterien auf dem Weinstock, auf den Blättern und Trauben – hört sich zunächst einmal furchtbar lecker an… Tatsächlich aber sollen Bakterien eine entscheidende Rolle spielen: für die Produktivität des Weinbergs, die Resistenz der Reben gegen Krankheiten sowie für den Weingeschmack – welche Rolle genau muss jedoch noch untersucht werden…

So muss wohl künftig die Terroir-Definition um eine mikrobielle Komponente erweitert werden. Vielleicht gibt das auch schon einen kleinen Ausblick auf den Weinbau der Zukunft, bei dem bei der Standortwahl auch die Mikrobenart und -dichte im Boden einen wichtigen Faktor darstellen könnte.Wein Bakterien

Die Forschungsergebnisse sind auf mBio erschienen, dem Online-Journal der American Society for Microbiologyhier könnt Ihr den Artikel nachlesen.

 

Quellen: welt.de, kurier.at, mbio.asm.org

Bilder: Public Domain/pixabay.com