Macht Glühwein schneller betrunken?

– inklusive Glühwein Rezept –

Glühwein betrunken

Macht Glühwein schneller betrunken? Gute Frage...

Warum macht Glühwein schneller betrunken? Diese Frage haben sich sicher schon einige Freund*innen der süßen Heißweinköstlichkeit gefragt. Aber stimmt das eigentlich? Steigt der Glühwein schneller in den Kopf als "normaler" Wein?

Wenn man sich nur den Alkoholgehalt des Glühweins anschaut, könnte man vermuten, dass dem nicht so ist: Glühwein hat meist zwischen 8 und 10 Volumenprozent Alkohol, also i.d.R. weniger als ein gewöhnlicher Rotwein. Aber, und somit wird die Frage, ob Glühwein schneller betrunken macht, schon beantwortet: Bei der heißen Weinmischung spielen andere Faktoren noch eine wichtige Rolle.

Durch seine höhere Temperatur trägt der Glühwein zu einer stärkeren Durchblutung des Magens und danach des Darms bei. Dadurch gelangt der Alkohol, der für sich genommen schon die Blutgefäße erweitert, schneller ins Blut und somit "in den Kopf" – wir fühlen uns also schneller angeschickert. Dazu trägt noch ein weiterer Effekt bei: der Zucker wirkt wie ein Expresstaxi. Durch den hohen Zuckergehalt des Glühweins kann die Darmschleimhaut den Alkohol schneller aufnehmen, wodurch der Alkohol des Glühweins folglich auch schneller ins Blut gelangt. Gleiches – eine schnellere Alkoholaufnahme - gilt übrigens auch für kohlensäurehaltige Getränke, weshalb auch beim Sekt die Wahrnehmung nicht trügt, schneller betrunken zu werden.

Macht Glühwein schneller betrunken? Die Frage kann man also eindeutig mit JA beantworten.

Glühwein wärmend

Glühwein ist genau das Richtige an kalten Tagen...kalt ist's ja eh. Hä?

Nächste Frage: Macht Glühwein warm?

Nächste Antwort: Jein. Ein weiterer erwünschter Effekt des Glühweintrinkens auf Weihnachtsmärkten oder einfach an Glühwein-Ständen in der Stadt ist das Aufwärmen. Mit dem schön dampfenden Getränk kann man wunderbar der unerbittlichen Kälte strotzen, oder? Weit gefehlt bzw. kurz gedacht, denn der wärmende Effekt ist nicht von langer Dauer: nach kurzer Zeit (je mehr Glühwein getrunken wird, desto eher) wird man mehr frieren als zuvor. Schuld hat wieder mal der Alkohol bzw. das Ethanol, das die Blutgefäße erweitert, wodurch sie näher an die Hautoberfläche gelangen und dadurch mehr Wärme abgeben bzw. der Körper mehr Wärme verliert. Wird der Glühwein dagegen in warmen Räumen getrunken, hält das Wärmegefühl deutlich länger an.

Glühwein Rezept

So, nachdem wir wieder was gelernt haben, können wir uns nun ans Glühwein trinken machen, um alles schnell wieder zu vergessen. Eine Möglichkeit: Fertigen Glühwein im Laden kaufen. Kann man machen, ist aber meist nicht sooo lecker – und auch nicht unbedingt empfehlenswert, wie der Ökotest herausgefunden hat, der kürzlich 20 Glühweine getestet hat > hier gehts zum Artikel. 

Glühwein

Glühwein selber machen ... so schmeckt's am Besten!

Besser und leckerer ist's also, den Glühwein selber zu machen. Das ist zwar auch etwas teurer, dafür geht's aber ganz einfach. Das klassische Glühwein Rezept beinhaltet folgende Dinge:

Rotwein Rotwein

Um einen guten Glühwein zu bekommen, sollte man auch einen guten Rotwein als Grundlage auswählen – ganz einfache Sache und schon mehr als die halbe Miete. Nehmt am besten einen fruchtigen Rotwein ohne wuchtige Tannine oder dominante Holzaromen, den Ihr auch pur trinken würdet.

Zimt

Um einen feinen Geschmack zu erhalten, solltet Ihr das Zimtpulver links liegen lassen und zu Zimtstangen greifen – 1 bis 2 Stangen Zimt pro Flasche Rotwein reichen.

Gewürze GlühweinNelken

An Gewürznelken scheiden sich die Geister, aber im Glühwein machen sie sich gut – 1 bis 3 Stück reichen.

Sternanis

Sternanis sieht nicht nur super aus, sondern verfeinert jeden Glühwein. 2 bis 3 der kleinen Sterne ab in den Topf.

Orangen

Eine Bio-Orange in Scheiben schneiden und mit in den Sud werfen. Wer mag, kann die Orange freilich auch auspressen und den Saft dazu geben. Manche Leute geben auch gerne noch einen Schuss Zitronensaft dazu, muss man aber nicht machen.

Cardamom GlühweinKardamom

Dieses asiatische Gewürz fehlt selten in Glühwein. Je nach gewünschtem Geschmack empfehlen sich 5 bis 10 Kapseln pro Flasche Rotwein.

Zucker oder Honig

Je nach gewünschter Süße 1 bis 3 Esslöffel Rohrzucker – alternativ tut's auch Honig – dazugeben. Weniger ist meist mehr, wie wir finden, aber das ist bekanntlich Geschmackssache.

Die Zubereitung ist denkbar einfach: Rotwein in den Topf geben, langsam erhitzen – aber nicht kochen! - und dann die anderen Zutaten dazugeben und bei niedriger Temperatur eine Viertelstunde ziehen lassen. Dann den Herd ausstellen und noch mindestens 20 Minuten weiterziehen lassen. Den Glühwein durch ein Sieb gießen – fertig!

Wer mag, kann das Ganze noch nach Belieben verfeinern, bspw. noch einen Schuss Wodka oder weitere Gewürze wie Ingwer hinzugeben.

Glühwein kann man übrigens auch mit Weißwein machen, was auch sehr lecker ist. Als weitere Zugabe empfehlen sich hier bspw. Äpfel – oder was sonst noch persönlich hoch im Kurs steht.

So, jetzt könnt Ihr schön selbst nochmal nachvollziehen, ob Glühwein schneller betrunken macht...wohl bekomms!

Quellen: http://www.gesundheit.de/ernaehrung/richtig-trinken/alkohol/gluehwein-co, http://www.insuedthueringen.de/lokal/suhl_zellamehlis/suhl/Was-macht-der-Gluehwein-mit-uns;art83456,4511463

Bilder: pixabay.com

2 Kommentare

  • EC sagt:

    Ich bin zwar nicht so ein begeisterter Glühweintrinker, habe aber dennoch (für Gäste) auch schon Glühwein gemacht. Dabei sollte man meiner Meinung nach noch beachten, daß der Glühwein nicht nur nicht kocht, sondern nach Möglichkeit auch nicht über 65 °C erhitzt wird. Darüber verflüchtigt sich nämlich der Alkohol durch den entsprechenden Dampfdruck dann schon deutlich, auch wenn dessen Siedetemperatur erst bei ca. 78 °C liegt…

  • Ich mache Glühwein immer mit Cidre; das Apfelaroma – einfach köstlich.

    Leider habe ich den Blog erst heute entdeckt, deswegen mein später Kommentar.

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