Adstringenz

Adstringenz

Schmeckt irgendwie pelzig? Könnte an der Adstringenz liegen...

Adstringenz ... tolles Wort, mit dem man bei jeder weinseligen Konversation mächtig auf den Putz hauen kann. Adstringenz bezeichnet die Eigenschaft eines Weines, eine chemische Reaktion im Mundraum auszulösen, bei der man das Gefühl bekommt, dass sich alles zusammenzieht (adstringere = zusammenziehen). Das kennt Ihr vielleicht von kräftigen Rotweinen, die verursachen neben ihrem raumgreifenden Geschmackseindruck häufig ein "pelziges", trockenes Gefühl auf der Zunge. Eigentlich muss man das zusammendenken, denn der adstringierende Charakter eines Weines kann und soll häufig die individuelle Geschmacksnote mitprägen.

Aber nicht nur sehr kräftige, sondern vor allem auch der Genuss sehr junger Rotweine kann dazu führen, dass man das Gefühl hat, eine alte Wolldecke geküsst zu haben. Ist ein Wein stark adstringierend, kann dies also auch ein Zeichen dafür sein, dass er bis zur optimalen Trinkreife noch etwas lagern muss. Kann, muss aber auch nicht...

Wie kommt es zur Adstringenz? Diese Eigenschaft eines Weines ist keine Geschmackseigenschaft, sondern das Resultat einer chemischen Reaktion: Die in der Mundschleimhaut befindlichen Eiweiße reagieren mit den im Wein enthaltenen Gerbstoffen (siehe Tannine). Der Grad der Adstringenz hängt schließlich auch von der Rebsorte und der Art und Weise der Weinherstellung zusammen. Während der Lagerung reifen die Tannine, angeregt durch Sauerstoff, im Rotwein, verlieren ihren adstringierenden Charakter und werden weicher und vollmundiger. Tanninreiche Rotweine werden deshalb auch gerne im Barrique ausgebaut.

 

Bildnachweis: Public Domain, Quelle: pixabay.com

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