Das Weinzitat der Woche: Moritz Gottlieb Saphir

“Der Wein und die Wahrheit sind sich nur insofern ähnlich, als man mit beiden anstößt.”

 

Moritz Gottlieb Saphir Wein

Moritz Gottlieb Saphir – Lithographie von Joseph Kriehuber

…uhlala, das bringt das liebgewonnene in-vino-veritas-Weltbild aber ganz schön durcheinander, dieses Weinzitat des österreichischen Journalisten, Schriftstellers und, aha, Satirikers Moritz Gottlieb Saphir (1795-1858). Ob er eine leidenschaftliche Beziehung zum Wein hatte – man weiß es nicht. Wahrscheinlich fehlte ihm dafür die Ernsthaftigkeit. Aber dafür soll er nie um einen guten, bisweilen auch bissigen Spruch verlegen gewesen sein. Eine kleine Weinanektdote ist überliefert… So soll es bei einem Essen im Hause Rothschild, bei dem guter Lacrymae-Wein gereicht wurde, folgende Szene gegeben haben: “Warum, Freund Saphir, fragte Rothschild, heißt wohl dieser Wein Lacrymae Christi? Weil, Herr Baron, entgegnete Saphir, jeder gute Christ Thränen vergißt, wenn ein Jude diesen Wein trinkt.” Zum Verständnis muss man freilich wissen, dass auch Saphir einer jüdischen Familie entstammt.

Saphir soll ein “Witzbold” gewesen sein, “der aber durchaus kein Humorist war; zum Humor fehlte ihm eine der wesentlichen Bedingungen: Der Ernst“, wie ihn der Zeitgenosse Hieronymus Lorm charakterisierte. Und was trägt mehr zur Erheiterung bei, als ein gutes Glas Wein? …so schließt sich der Kreis…

 

 

 

Quelle: https://de.wikisource.org/wiki/BLKÖ:Saphir,_Moriz_Gottlieb

Bildnachweis: Public Domain, Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Saphir_Moritz_cropped.jpg