Das Weinzitat der Woche: Friedrich Schiller

“Auf der Berge freien Höhen,
in der Mittagssonne Schein,
an des warmen Strahles Kräften
zeugt Natur den goldnen Wein.

Und noch niemand hat`s erkundet,
wie die große Mutter schafft;
unergründlich ist das Wirken,
unerforschlich ist die Kraft.

Funkelnd wie ein Sohn der Sonne,
wie des Lichtes Feuerquell,
springt er perlend aus der Tonne,
purpurn und kristallenhell.

Und erfreuet alle Sinnen,
und in jede bange Brust
gießt er ein balsamisch Hoffen
und des Lebens neue Lust.”

 

Schiller WeinWeinzitat trifft es in diesem Fall mal wieder nicht. Dieses schöne Weingedicht von Friedrich Schiller (1759 – 1805) – wer schreibt heute noch solche Gedichte? – widmet sich den faszinierenden Transformationskräften der Natur…die kleinen Wunder, die uns als Gegebenheiten begegnen – und doch und gerade im anmutigen Charakter eines Weines durchfunkeln.

Übrigens: Der in einigen Regionen bekannte Schillerwein, wegen seiner Mischung weißer und roter Trauben und der daher rührenden Färbung auch Rotling genannt, verdankt seinen Namen nicht dem berühmten Dichter, sondern angeblich seiner “schillernden” Farbe.

 

 

Bildnachweis: Schiller-Portrait von Ludovike Simanowiz, 1794 / Gemeinfrei, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schiller#/media/File:Friedrich_Schiller_by_Ludovike_Simanowiz.jpg