Das Weinzitat der Woche: Franz Grillparzer

 

"Die Kunst verhält sich zur Natur

wie der Wein zur Traube.“

Franz Grillparzer, Lithographie von Joseph Kriehuber 1841

Franz Grillparzer, Lithographie von Joseph Kriehuber 1841

Man mag zu Franz Grillparzer (1791 - 1872), dem österreichischen Schriftsteller und Dichter, stehen, wie man will - aber dieses Weinzitat (oder Kunstzitat?) ist ein schönes! Und ein diskutables: Erscheint es doch auf den ersten Blick sinnig und auch schmeichelnd (wer will bestreiten, dass es sich bei guten Weinen um "Kunstwerke" handelt?), offenbart der zweite Blick resp. Gedanke, dass sich die Sache so "einfach" dann doch nicht verhält.

Beim künstlerischen Prozess handelt es sich um einen kreativen, zutiefst menschlichen. Ein künstliches Erzeugnis, das auf natürlichen Ressourcen aufbaut, das nicht allein auf natürliche Weise entstehen kann... (verdammt, auf Anhieb fallen mir gleich mehrere Gegenbeispiele ein) Der Wein hingegen ist, trotz aller modernen technischen Eingriffe, ein überwiegend natürliches Produkt. Guter Wein entsteht v.a. im Weinberg, der Mensch greift helfend ein, und im Keller werden in der Regel natürliche Prozesse durch gezielte Eingriffe gesteuert sowie, je nach Weinguts-Philosophie, durch Zugaben am Geschmack gefeilt. Der Most gärt auch von allein, wenn man ihn lässt. Eher Handwerk und Kultur als Kunst, oder? Sind die Grenzen zwischen Handwerk und Kunst nicht fließend? Und wie verhält es sich bei einem raffinierten Cuvée? Hmmm...wie ist Eure Meinung?

Bild: Gemeinfrei, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Grillparzer#/media/File:Grillparzer.jpg