Trendwein Garnacha – Ein unterschätzter Alleskönner

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Diese Rebsorte ist ein echter People Pleaser. Lange eher unter der französischen Bezeichnung Grenache als Massenträger mit mäßiger Qualität bekannt, erfreuen sich besonders Rotweine aus der spanischen Variante dieser Rebe in den letzten Jahren wachsender Popularität.

Garnacha Wein – Ein Global Player mit vielen Namen

Garnacha ist die am zweithäufigsten angebaute Rebsorte Spaniens und die vierthäufigste weltweit. 2010 war das noch anders. Mittlerweile werden auf insgesamt 250.000 Hektar Garnacha-Trauben kultiviert. Dennoch ist diese Rebsorte in Deutschland noch recht unbekannt. Wie kann das sein?

Tatsächlich haben Sie wahrscheinlich schon mehr Garnacha-Wein getrunken, als Ihnen bewusst ist. Diese Rebsorte ist häufig Bestandteil der wohl berühmtesten Weinsorte Spaniens, dem Rioja. Auch der l’Ermita, eines der qualitativ hochwertigsten Erzeugnisse des Landes, enthält häufig Garnacha sowie zahlreiche andere Cuvées. Erst in den letzten Jahren entwickelt sich in Spanien ein Trend zur Herstellung reiner Garnacha-Weine. Die Garnacha-Rebe bringt kräftige, robuste Weine hervor und wird in Spanien verstärkt in den Gebieten Aragón, Navarra, Priorat und La Mancha angebaut. In Katalonien firmiert er unter dem katalanischen Namen Garnatxa. Im südspanischen Andalusien ist die Rebe hingegen kaum präsent.

Ein weiterer Grund für die relative Unbekanntheit der Garnacha-Rebe ist die Vielzahl an Synonymen unter denen die Rebsorte in unterschiedlichen Regionen bekannt ist. In Frankreich werden die hier als Grenache bezeichneten Trauben unter anderem in den renommierten Chateauneuf-du-Pape und Costiéres de Nimes verarbeitet. Angebaut werden sie vorrangig im Rhône-Tal in den Gebieten Drome und Vaucluse. Was in Spanien der Tempranillo ist, ist in Frankreich der Syrah. Die tanninhaltigeren Rebsorten werden mit der eher tanninarmen Grenache verschnitten und zu Rioja oder anderen Cuvées verarbeitet.

Cannonau – von Sardinien um die Welt

In Italien ist die Garnacha-Rebe besonders prominent auf der Insel Sardinien heimisch. Hier ist der Wein unter dem Namen Cannonau di Sardegna bekannt. Obwohl Experten lange der Ansicht waren, die Traube stamme aus dem spanischen Aragón, behaupten viele Sarden steif und fest, dass die Rebe auf ihrer Insel ihren Ursprung hat. 2004 belegte eine Studie, dass sie damit tatsächlich Recht haben. Die Traube wurde hier schon während der Bronzezeit angebaut und von den Spaniern erst später auf die iberische Halbinsel gebracht. Während die Weine in Spanien und Frankreich oft mit tanninhaltigeren Sorten wie Tempranillo oder Shiraz verarbeitet werden, sind Cannonau-Cuvées seltener zu finden.

Auch in anderen Regionen Italiens finden sich Garnacha-Varianten. In der Toskana firmiert die Traube unter dem Namen Alicante, auf der Insel Ischia unter der Bezeichnung Guarnaccia und auch auf Sizilien wird Cannonau angebaut.

Ob Italien, Frankreich oder Spanien, es existiert sowohl eine rote als auch eine weiße Variante der Rebsorte. Deshalb tragen die Weine häufig den Zusatz Noir, Tinto oder Nero für Rotweine, oder Blanc, Blanco bzw. Bianco für die Weißweine. Experten empfehlen 2-6 Jahre alte Weine dieser Rebe, die im Idealfall aus Trauben von möglichst alten Weinstöcken gekeltert wurden. Neben dem europäischen Mittelmeerraum wird Wein aus Garnacha-Trauben außerdem in Australien, Chile, Argentinien, den USA, Südafrika und Israel angebaut und hergestellt.

Warum Garnacha?

Der Mangel an Tanninen und die Reputation als Massenträger, der sich nur zum Verschnitt eignet, hielten die Vorzüge der Garnacha-Rebe lange vor den Augen – und Gaumen – der Welt zurück.

Aber vielleicht gründet sich die wachsende Popularität sortenreiner Garnacha-Weine gerade im Mangel an Tanninen. Dieser macht ihn für ungeschulte Gaumen verträglicher, ohne aber flach und langweilig zu sein. Auch die Weinkenner unter Ihren Gästen werden also zufrieden gestellt und ihre Freude haben. Wein aus Garnacha verfügt über einen komplexen, fruchtigen und weichen Geschmack, den man sonst nur bei schwereren Weinen findet.

Der perfekte Dinner-Gast

Garnacha-wein-glas-rotweinSeine hohe Kompatibilität macht Rotwein aus Garnacha zum perfekten Begleiter für Dinner-Parties. Obwohl er zu Rind, Wild und allen anderen deftigen Gerichten am besten passt, ist er mit einer breiten Palette an Speisen kombinierbar und wird von Weinfreunden ebenso geschätzt wie von Gästen, die normalerweise eher zu einem Bier greifen. Servieren Sie leichte Speisen, wie Fisch oder Geflügel, können Sie einfach auf Weißwein aus Garnacha zurückgreifen.

Aufgrund ihrer vielseitigen Einsetzbarkeit eignen sich Weine aus Garnacha-Trauben auch ausgezeichnet für Events mit Catering, sei es privat oder beruflich. Es überrascht also nicht, dass der Metro-Wein des Jahres 2018 La Sastrería – aus Garnacha-Trauben hergestellt ist. Vom weichen und fruchtigen Geschmack sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen, denn Garnacha-Weine enthalten mit mindestens 12,5% überdurchschnittlich viel Alkohol - ein großzügiges Wein-Leistungs-Verhältnis.

Das Lebenselixier Sardiniens – Länger leben mit Cannonau

Der niedrige Tanningehalt, der kräftige fruchtige Geschmack und der hohe Alkoholanteil begründen die Beliebtheit dieser Rebsorte und scheinen Grund genug zu sein, niemals wieder etwas anderes zu sich zu nehmen.

Die Garnacha/Grenache/Cannonau-Traube hat jedoch noch einen weiteren immensen Vorteil. Sie ist die Rebsorte mit dem weltweit höchsten Gehalt an Antioxidantien. Neben dem mediterranen Klima und der Lebensweise und Ernährung in Sardinien ist vielleicht auch dies eine Erklärung, warum die Bewohner der italienischen Insel überdurchschnittlich alt werden. Antioxidantien verringern das Risiko an Gefäß- und Herzerkrankungen. In diesem Sinne: Alla Salute!

Fazit

Garnacha-Weine eignen sich zu fast jedem Anlass und haben die Vorzüge eines kräftigen Weins ohne die negativen Nebenwirkungen, welche ein hohes Maß an Tanninen mit sich bringen kann. Sie sind auch in Deutschland nicht schwer zu finden, wenn man sich die wichtigsten Synonyme einprägt. Sie verlängern das Leben und sind zudem nicht übermäßig teuer. Was will man mehr?

Unsere 3 Top-Empfehlungen:

  1.    La Sastrería

Der oben schon erwähnte, für die METRO kreierte Wein besteht zu 100% aus Garnacha-Trauben und stammt aus dem spanischen Weinbaugebiet Cariñena. Hier ist auch die Cariñena-Traube ansässig, welche dieselben Voraussetzungen an steinigen Böden und Sonne benötigt, wie die Garnacha-Rebe. Die Weinberge und –stöcke sind alt und dies trägt zur Qualität des Weins bei. In der Reihe La Sastrería gibt es je einen Rotwein, Weißwein und Roséwein. Die trockenen Weine schmecken fruchtig und das moderne blumige Design macht die Flaschen auch noch zu einem Hingucker.

  1.    Lumos No.1 Garnacha 2017

Ebenfalls aus Cariñena wird dieser trockene Wein aus 40-Jahre alten Reben gewonnen. Das Lumos-Projekt hat außerdem eine interessante Farbskala auf dem Etikett, welche die Eigenschaften des Weines detailliert beschreibt. Der Wein selbst ist verhältnismäßig mild und trocken, aber trotzdem voll, fruchtig und intensiv.

  1.    Sella & Mosca Cannonau di Sardegna DOC 2017

Das Garnacha-Original von der italienischen Mittelmeerinsel, genauer gesagt vom Nordwestzipfel, wo sich das Weingut Sella & Mosca befindet, ist ebenfalls ein einzigartiger Genuss mit komplexem, beerigem Aroma und der Extra-Portion Antioxidantien 😉

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