Survival-Tipp: Die richtige Rotwein Trinktemperatur im Winter

rotwein trinktemperatur

Ob dieser Rotwein die richtige Trinktemperatur hat?

Der Winter ist da. Bzw. in die Weinsprache übersetzt: Die Rotweinzeit ist angebrochen. Viele Weintrinker*innen unterteilen das Jahr ja streng in Weißweinphasen (ca. Spätfrühling bis Frühherbst) und Rotweinphasen (ca. Spätherbst bis Frühfrühling). Versteh ich nicht 100prozentig, aber wenn es die Orientierung in einer immer komplexeren Welt erleichtert, meinetwegen.

Der Winter ist – so gemütlich er sein mag – aus vinophiler Sicht freilich eine besonders fiese Jahreszeit: entweder man hat kalte Flaschen oder warme. Dazwischen gibts nix. Vernünftiger ist es da, gleich zum Weißwein zu greifen bzw. beim Weißwein zu bleiben (wir erinnern uns...die Phasen...).

Denn: Der natürliche Feind jedes Rotweins ist die Heizung – oder noch schlimmer: der Bollerofen. Ja, der Kamin auch. Unbedarft in muggeligen Räumen zum "Atmen" auf den Tisch gestellte Rotweinflaschen oder Karaffen, nachdem sie aus eisigen Kellern und Abstellkammern hervorgeholt wurden, mutieren in den Wintermonaten rasch zu Glühweinvorstufen, die man von einem lauwarmen Weihnachtsmarktklassiker fast nur noch durch die fehlende Zimtstange unterscheiden kann. Womit wir beim Thema sind: der Rotwein Trinktemperatur.

Die richtige Rotwein Trinktemperatur ist nämlich NICHT die Zimmertemperatur. Dass Rotwein am besten in Zimmertemperatur genossen wird, ist ein Mythos, der sich trotz beständigem Abrackern an dessen Widerlegung hartnäckig hält. Auf den meisten Rotweinflaschen aus dem Supermarkt gibt es sogar entsprechende Vermerke, die auf die richtige Trinktemperatur des Rotweins hinweisen...aber nutzt alles nix.

Dabei ist es ja eigentlich einleuchtend, dass die Zimmertemperatur eine hochvariable Größe ist und daher ohne weitere Spezifizierungen schlecht für irgendwelche Empfehlungen taugt. Die Zimmertemperatur-Empfehlung als beste Rotwein Trinktemperatur stammt noch aus Zeiten, als Internet und Zentralheizung Zukunftsmusik waren. Da hatte es nämlich in den mehr oder weniger gut bürgerlichen Esszimmern um die 16 Grad – schon bei der Vorstellung kriegt man heute ein verschnupftes Näschen.

trinktemperatur rotweinHeute werden in der Regel bei einer gemütlichen Zusammenkunft im Winter die 20 Grad als Raumtemperatur weit überschritten. Mit der Folge, dass die Trinktemperatur des Rotwein in ähnlichen Sphären angesiede(l)t ist. Rotwein sollte meist zwischen 16 und 18 Grad getrunken werden (bei alten Weinen können es auch mal 20 Grad sein). Dass die empfohlene Trinktemperatur teils weit überschritten ist, fällt den meisten Connaisseuren allerdings kaum auf – obwohl der schöne Rote sich dann i.d.R. weniger komplex sowie bedeutend alkohol- und säurebetonter präsentiert und somit Potenzial verschenkt.

Aber wie soll man die perfekte Rotwein Trinktemperatur hinbekommen? Ganz einfach: ab in den Kühlschrank für ein paar Minuten. Richtige Freaks haben Manschetten mit integriertem Thermometer, um die optimale Temperatur sicherzustellen. Hab ich auch nicht, aber kann ja nicht schaden. Meist tuts bereits, den Rotwein in einem bereits passend temperierten Raum aufzubewahren.

Wahrscheinlich wird ein auf die richtige Trinktemperatur heruntergekühlter Rotwein zunächst kalt und ungewohnt schmecken...aber probierts mal aus und vergleicht mit einem Rotwein auf Zimmertemperatur, dann werdet Ihr die Unterschiede schmecken. Und wenn Euch der warme dann immer noch besser schmeckt...tja, dann weiß ich auch nicht weiter.

1 Kommentar

  • Rotwein am Kamin sagt:

    Genau das Dilemma haben wir auch immer wieder mal. Spontaner Besuch steht an und die gelagerten Weine sind zu kalt. Da wir auch einen Kamin benutzen, stellen wir den (Rot-)Wein geöffnet in den Flur, der ebenfalls vom Kamin beheizt wird. Funktioniert super, kippt leider im Laufe des Abends schnell und der Wein verliert an Vielfalt. Den Tipp mit dem Kühlschrank probiere ich direkt mal aus. Bin gespannt.

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