Was kostet ein guter Wein?

Was kostet guter Wein

Wir lüften heute ein großes Geheimnis! Denn wir beantworten Euch hier und jetzt die Frage, wie viel Geld ein guter Wein kostet. Bzw. wieviel ein Wein kosten muss, um gut zu sein. Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum…hier die Antwort: mindestens 6,50 €. So, jetzt ist es raus.

Nein, jetzt mal Spaß beiseite. Tatsächlich ist die Frage weit verbreitet, ab wieviel Euro man denn einen guten Wein erhalte. Wenn man keine gesteigerte Ahnung von Wein hat, kann man schon verwirrt sein angesichts der unterschiedlichsten Zahlen und Angaben, die dazu im Raum stehen bzw. von tatsächlichen oder vermeintlichen Weinkennern dazu in den Raum geworfen werden…woran wir uns mit diesem Beitrag auch schön beteiligen, gell.

 

guter Wein wie teuer

„Qualität hat ihren Preis“: Der Weinpreis und die Weinkenner

Aber rollen wir das Thema nun mal langsam aus und fangen klein an: im Laden um die Ecke.

Im Supermarkt werden die meisten Weine bekanntlich für 1 bis 5 Euro angeboten, und die Etiketten sprechen freilich durchgehend von tollen Weinen – gerne bekräftigt durch Banderolen und Patches, die von Prämierungen auf einem der unzähligen Weinwettbewerbe zeugen.

In der Weinhandlung dagegen fängt es i.d.R. erst ab 5 Euro an, richtig los geht es meist aber erst ab 7 Euro und nach oben ist ordentlich Luft (und die Etiketten geben gar keine Auskunft mehr darüber, ob der Wein schmeckt oder nicht…). Und wer sich die Mühe macht, mal persönlich bei einem Weingut vorbeizuschauen, wird entdecken, dass die günstigsten Exemplare in der Literflasche in der Preisliste oft schon bei rund 4 Euro starten – bei gehypten Weingütern sind es dann meinetwegen 8 Euro – und dann geht es in der Qualitätspyramide auch preislich rasch nach oben. So, das nur mal als Orientierung daazu, wie teuer ein Wein sein muss.

Allerdings: Schon häufiger haben wir die Erfahrung gemacht, dass es ab einem bestimmten Preisniveau egal ist. So konnten wir bei Verkostungen meist keine geschmacklichen „Qualitätsunterschiede“ zwischen 25 Euro- und 50 Euro-Weinen feststellen – bis dahin aber i.d.R. schon. Aber das sind Gefilde, die für den Alltag wohl kaum eine Rolle spielen. Und im übrigen funktioniert die ganze Chose auch umgekehrt: der Weinpreis kann auch den Geschmack kräftig beeinflussen!

Was kostet guter Wein denn nun?

Man könnte jetzt argumentieren, dass schließlich nur zähle, ob es schmeckt oder nicht – und das wird auch gerne gemacht. Dagegen ist auch nicht unbedingt etwas einzuwenden. Dennoch kann man schon einige „Qualitätskriterien“ ausmachen, bspw. ob der Wein fade oder ausgewogen schmeckt, einen schönen, langen Abgang hinlegt, also geschmacklich auch nach dem Herunterschlucken noch präsent bleibt (und das auf möglichst reizvolle Weise) oder eben eine komplexe Aromenstruktur aufweist. Manche Menschen stehen auch darauf, wenn der Wein es ihnen nicht leicht macht, er sie quasi fordert – Hauptsache nicht gefällig und nicht mainstreamig. Aber das ist dann doch ein subjektives Qualitätskriterium…

Es gibt also bestimmte Qualitätskriterien – und zwar für jedes Level der Qualitätspyramide.

Wer in einem bestimmten Moment einen leichten, frischen, fruchtigen Wein möchte, ist mit einem „guten“ Einstiegswein i.d.R. auch gut bedient. Das ist dann kein superkomplexer Wein, solls aber auch nicht sein, sondern einfach lecker mit Trinkspaß. Und solche Weine erhält man auch schon für 4 bis 5 Euro, ab Weingut womöglich sogar noch günstiger. Die „Experten“ unter den Weintrinkern, die solche Weine per se aufgrund ihrer Einfachheit gering schätzen, gehen wahrscheinlich auch zum Lachen und Pupsen in den Keller … muss man nicht ernst nehmen.

Und wer es geschmacklich aufregender haben möchte, muss in der Regel etwas tiefer in die Tasche greifen…wie tief? Tja, wenn wir das wüssten…das müsst Ihr wohl selbst herausfinden. Manchen reicht der gute einfache Wein zu allen Gelegenheiten, andere schätzen die raffinierteren Tropfen, die ab 6/7/8 Euro loslegen…einfach ausprobieren! Zwischen 7 und 15 Euro bekommt man wirklich schon tolle Weine!

Wein

Während die lieben Leute durchschnittlich nicht mal 3 Euro für ihre Flasche Wein im Supermarkt ausgeben (online und im Weinhandel ist es mehr als doppelt so viel) und ein großer Teil davon sicher auch gut findet, was da im Glas landet, gibt es auf der anderen Seite die selbst ernannten Weinkenner*innen (eigentlich gibts in jeder Verwandtschaft oder in jedem Bekanntenkreis mindestens ein Exemplar davon), die allen, die es wissen wollen oder auch nicht, erklären, dass man unter 15 Euro wohl nur schwerlich eine Flasche Wein bekomme, deren Geschmacksprofil komplex genug sei, um dem Gaumen eine Freude zu bereiten…

Und: wer hat jetzt recht? Natürlich niemand! Während die einen entweder kein Geld haben oder keinen ausgebildeten Geschmack (das erste ist nicht (!) wertend gemeint, das zweite ist … naja, das ist eben so), nutzen die anderen den „guten“ Wein als Distinktionsmerkmal. Ähnlich wie Leute, die gerne und viel Fremdwörter gebrauchen…nervig!

Tatsächlich liegt die Wahrheit (wir trauen uns mal, diesen gleichsam gewichtigen und abgenutzten Begriff zu verwenden) irgendwo in der Mitte und ist dabei komplex genug, um nahezu alle verbreiteten Meinungen irgendwie zu integrieren. Denn große Weingüter und Kellereien können durch ausgereizte Hektarerträge, einen breiten, weitgehend automatisierten Maschineneinsatz und große Volumina durchaus qualitativ einwandfreie Weine zu günstigen Preisen produzieren – wird die normale Qualitätswein-Messlatte angelegt, ist an diesen Weinen i.d.R. kaum etwas auszusetzen. Und kennt man nichts anderes, dann schmecken diese 2 bis 3 Euro-Weine womöglich sogar ganz gut und manchmal ist wirklich ein überraschend leckerer Wein dabei. Eine ganz andere Frage dabei ist sicherlich, ob billiger Supermarktwein auch trotz womöglich vordergründig ordentlicher Qualität unterstützenswert ist (sofern man die Wahl hat), wenn man Wein als Kulturgut und den Weinberg als Landschaft, die diesen Namen verdient, erhalten möchte….die Industrialisierung der Landwirtschaft kann Fluch und Segen sein – und ist nochmals ein ganz eigenes Thema, das wir heute mal außen vor lassen.

Warum kostet guter Wein eigentlich soviel? Oder so wenig…

Nochmal zurück zum Weinpreis. Umgekehrt wird durch eine qualitätsorientierte, zeit- und handarbeitsintensive Arbeit im Weinberg und Weinkeller der Aufwand und somit der Preis einer Flasche Wein deutlich in die Höhe getrieben. Die hier angesprochene Qualität ist freilich eine andere als die im Billigsegment und bezieht sich auf das Potenzial eines Weines, in dem sich Boden, Klima, Wissen und Erfahrung und womöglich mehr widerspiegeln – bzw. das Vermögen, es auszureizen. Hier sind wir also beim „interessanten“ guten Wein.

Weinberg Toskana

Das „Problem“ bei der ganzen Sache ist natürlich der Geschmack bzw. die Aromatik. Wein kann wunderbare, sich harmonisch ergänzende und bestärkende oder auch zunächst widerstreitende, sich konfliktfreudig umtänzelnde und allmählich kunstvoll verflechtende Aromen herausbilden. Und das tut der Wein i.d.R. nicht, wenn man lustlos mit dem Vollernter über den Weinberg scheppert und auch ansonsten nach dem Masse-statt-Klasse-Prinzip vorgeht (jaja…nicht jeder mit Vollernter eingebrachte Wein ist schlecht…es geht um das zugrunde liegende Prinzip). Gute Chancen dagegen gibt es, wenn man die bestenfalls gute Lage neben Sonne und Regen in angemessenem Rahmen sorgfältig bearbeitet und sich auch im Keller die nötige Zeit nimmt. Und auch hier gibt es Unterschiede…

Wenn man mühselig in einer Mosel-Steillage herumkraxelt, um die Reben zurückzuschneiden oder eine sog. Grüne Lese durchführt, um den Ertrag zu begrenzen, auf dass die Rebe ihre Nährstoffe und ihr Aromapotenzial in den verbliebenen Trauben konzentriert, dann ist das einfach ein ganz anderer Aufwand, als relativ locker die gleiche Arbeit in Rheinhessen in einem relativ flachen, gut zugänglichen Weinberg durchzuführen.

Die beiden Weine werden also sehr wahrscheinlich unterschiedliche Preise haben, auch wenn sie geschmacklich auf einem Level sind. Ähnlich verhält es sich mit großen und kleinen Produktionsvolumen usw. usf. – wir wollen hier nicht ins Detail gehen, Sondern nur darauf hinaus, dass die Preise für eine Flasche sehr variieren können, weil die damit zusammenhängende Arbeit einfach sehr unterschiedlich ausfallen kann. Die Praxis ist manchmal noch komplexer, aber das Grundprinzip ist einfach zu verstehen. So können Preise von 1 bis 20 oder gar 30 Euro pro Flasche wirklich gerechtfertigt, also über den investierten Aufwand bzw. die Produktionskosten abgebildet werden. In manchen Fällen womöglich auch mal mehr.

Die Preisgestaltung ist also kein direktes Abbild der Weinqualität, zumindest nicht in dem Sinne, dass der Wein umso besser ist, je teurer er angeboten wird. Im Weinpreis spiegelt sich – nicht nur, aber v.a. – der Aufwand wider, der tatsächlich ein Indiz für die zu erwartende geschmackliche Qualität sein kann – aber nicht muss. Und manchmal muss man eben ganz unterschiedlichen Aufwand betreiben, um eine vergleichbare Qualität zu erhalten. Und manchmal zahlt man einfach nur ordentlich für eine Marke oder ein Image…

guter Wein

Ein guter Wein? Hm….ausprobieren!

Ähm, was war nochmal das Thema?

Sooo…jetzt haben wir einen langen Bogen geschlagen, an verschiedenen Oberflächen gekratzt und landen wieder bei der Ursprungsfrage: Was kostet ein guter Wein? Kommen wir zum Ende also nochmal auf den eigentlich relevanten Punkt der Weinqualität zu sprechen: nämlich den Geschmack (und z.T. dessen Komplexität) und wie der mit dem Preis zusammenhängt.

Wir selbst sind ja mit dem Anspruch gestartet, einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dem Weintrinken seine immer noch häufiger anzutreffende Verstocktheit zu nehmen und zu zeigen, dass Wein ein unglaublich tolles Genussmittel ist, das es lohnt, es genauer zu erkunden – und dass diese spannenden Ausflüge nicht teuer sein müssen. Während erstes nach wie vor eins unserer Anliegen ist, hat sich zweites im „Magazinalltag“ irgendwie schon als problematisch dargestellt. „Nicht teuer“ kann je nach finanzieller Ausstattung sehr unterschiedliche Bedeutungen haben.

Und dann kommt hinzu, dass wir uns durch die verstärkte Weintrinkerei in den letzten Jahren auch ganz massiv unseren Geschmack versaut haben. Wir waren bzw. sind ja eigentlich noch alles andere als ausgebildete Weinexperten, sondern einfach neugierige Menschen, die sich sprichwörtlich in das Thema hineingetrunken haben. Und zuviel guter Wein führt tatsächlich dazu, dass man sowas wie einen „Geschmack“ ausbildet, der pikiert die Nase rümpft, wenn man ihm allzu billige Plörre unter selbige hält. So kam es, dass wir doch nicht soviel „günstigen“ Wein beschrieben haben, wie ursprünglich mal gedacht (was auch daran lag, dass wir recht schnell Weine zugeschickt bekommen haben).

Unsere Meinung ist da recht einfach: Man sollte aus dem Weintrinken keine Wissenschaft machen. Aber man sollte wissen, was man da trinkt…dann schmeckts nämlich noch besser.

Habt Ihr dazu eine Meinung? Dann lasst es uns wissen…

6 Kommentare

  • Ja, da sind wir immer noch bei der Frage, was ein „guter“ Wein ist, nicht so richtig weitergekommen. Es wird ja das Geschmacksargument in den Vordergrund gestellt. Ist richtig: wenn der Wein nicht schmeckt, gibt es keinen Genuss…

    Es ist auch bekannt, dass bei einem Wein für 2,50 Euro VP für den Wert des Inhalts nur wenige Cent beim Winzer übrigbleiben. Das kann nichts werden.

    Als Weinhändler stehe ich immer vor der Wahl, welche Weine soll ich denn anbieten? Da habe ich für mich selbst einen Art Katalog an Anforderungen zusammen gestellt, was ich selbst als Kriterium „gut“ ansehen möchte:

    1. der Wein muss geruch-/geschmacklich einwandfrei sein
    2. der Wein sollte im Magen kein Unwohlsein bereiten (zuviel Säure, Sodbrennen, oder Bauchdrücken usw.) – muss Spaß machen!
    3. der Wein sollte auch nach Mehrkonsum keine Kopfschmerzen verursachen
    4. der Wein sollte keine Schadstoffe enthalten
    5. der Wein sollte in puncto 1. anspruchsvoll und komplexer sein
    7. der Wein sollte möglichst aus keiner Massenproduktion stammen
    8. der Wein sollte nicht im Supermarkt auf breiter Front erhältlich sein
    9. der Wein sollte im Preissegment (VP) bei 6-15 Euro liegen
    10. Der Wein ist vielleicht in der gehobenen Gastronomie zu finden.

    Daher glaube ich, kommen wirklich gute Weine vorzugsweise aus biologischem Anbau und dabei am besten aus kleineren und mittleren Familienbetrieben. Ein guter Wein ist demnach auch ein „sauberer“ Wein. Solche Weine liegen im Preissegment von Punkt 9. als Minimalanforderung und höher.

    Dass hier einige meine Meinung nicht teilen, glaube ich gern.

    Viele Grüße,
    Holger Casselmann

    • sb sagt:

      Danke für die Hinweise, das finde ich auch sehr interessant, wie bspw. der Weinhandel bzw. Du als Weinhändler seine Weine auswählt. Die Liste stellt auch eine Priorisierung dar, nehme ich an!? Auf jeden Fall ist an den aufgeführten Kriterien wohl schwerlich etwas auszusetzen 🙂

  • EC sagt:

    Ich finde schon einige Aussagen in dem gut geschriebenen Artikel, die ich so voll bestätigen kann. Tatsächlich ist es bei mir auch so, daß der Spaß im Glas in der Regel bei ca. 8 Euronen / Fl. anfängt, von Ausnahmen mal abgesehen. Im Durchschnitt gebe ich 15,26 Eur / Fl. aus (sagt die Datenbank über den aktuellen Kellerbestand), der billigste Wein liegt bei ca. 5,50 Eur, der teuerste bei 65 Eur. Die ganz teuren Sachen sind auch für besondere Anlässe gedacht und sind -zumindest meine Fläschchen- so außergewöhnlich und eigenständig, daß mich auch dieser Preis nicht reut. Und ich kann auch den Aufwand nachvollziehen, der notwendig war, diese Säfte zu erzeugen. Z.B. Steillagen in rein handwerklicher Bewirtschaftung, sorgfältige Auslese, lange Reifung, teils in kleinem, neuem Holz, sowas kostet halt. Aber auch der 5,50-Euro-Wein macht Spaß zum richtigen Anlaß.
    Dennoch verhalten sich Preis und Qualität nicht in linearer Abhängigkeit zueinander. Wir hatten schon in einer Blindverkostung das Ergebnis, daß ein Blaufränkisch für kleiner 10 EUR deutlich beser in der Runde ankam, als der große Bruder aus dem gleichen Weingut für > 30 EUR.
    https://ec1962.wordpress.com/2016/01/25/5-weinrunde-in-um-muenchen/
    In dem Segment zwischen 25 und 50 EUR / Fl. finde ich schon immer wieder gewaltige Unterschiede, daß der teurere Wein dabei immer der bessere ist, kommt allerdings nicht immer dabei heraus. Der Einzelfall entscheidet und der ist dazu noch je nach Verkoster und dessen Vorlieben höchst subjektiv. Und das ist auch gut so!

    • sb sagt:

      …man findet ja immer gewaltige Unterschiede, das ist ja das Spannende. Stimme ich Dir voll zu, auch gerade, was Weine innerhalb eines Weinguts angeht.
      Letztlich muss man einfach herausfinden, was dem eigenen Geschmack und der jeweiligen Situation entspricht und sich dabei möglichst wenig vom Preisschild beeinflussen lassen (was nicht so einfach ist). Und möglichst dabei darauf achten, zu Preisen zu kaufen, zu denen überhaupt erst Qualität produziert werden kann – aber das muss nicht die 10 Euro-Grenze sein.

      Und Blindverkostungen sind ne tolle und meist lustige Sache…haha, hab ich mich auch schon das eine oder andere mal kräftig geirrt – das führt manchmal die ganze Beeinflussbarkeit vor Augen.

  • Als Weinliebhaber und Weinhändler kann ich den Artikel gut nachvollziehen und finde ihn gut gemacht. Die Punkte 1-4 von Holger Casselmann sind für mich selbstverständlich, ab 5 fängt Wein an und ab 7 (die 6 hat er unterschlagen) die Wertschätzung für das Naturprodukt. Klar habe ich auch jahrgangsfreie „Basisweine“ im Portfolio (die 1-4 erfüllen) aber eben bei 5 abfallen. Wer’s mag solls haben, evtl. kauft er dann doch noch ne andere Flasche und wechselt das Lager.
    Die Hoffnung bleibt und ich trinke derweil im Sektor 7-15, manchmal auch das darüber, und versuche mein Bestes, die Wertschätzung für das Produkt und die Arbeit des Winzers weiter zu geben.

  • Markus sagt:

    Warum tun wir uns denn so schwer mit dem berühmten Preis-Genuß-Verhälnis?
    Zunächst ist nämlich der persönliche Geschmack egal! Oder doch nicht?
    Es geht darum eine objektive Qualität festzustellen und diese mit einem angemessenen Preis in Verbindung zu bringen.
    Wie wurde der Wein hergestellt? (Ist es überhaupt ein Qualitätsprodukt?)
    Sieht er so wie er aussehen sollte?
    Riecht er so wie er riechen könnte?
    Schmeckt er so wie er schmecken könnte?
    Fallen diese Kriterien besser oder schlechter aus als erwartet?

    Problem: man kann nicht ernsthaft einen Geschmack objektiv bewerten! Man kann da immer nur relativ zu einer „Referenz“ bewerten und feststellen: besser (und teurer/billiger), schlechter (und teurer/billiger) oder gleich (und teurer/billiger).

    Da stellt sich bereits die nächste Frage: Was lässt sich überhaupt vergleichen?
    Ein Merlot 4€ und ein Merlot 25€ ist möglicherweise wie ein Vergleich BMW 1er vs. BMW 7er.

    Nur mit (sehr) viel Übung und der Bereitschaft alles zu probieren, kann man dann auch relativ sachlich sagen: z.B.das ist ein Rießling wie er sein soll und der darf auch 8-10€ kosten und für 6-7 ist das ein sehr guter Preis. Und der Kenner kann das auch beurteilen, selbst wenn ihm dieser Wein persönlich nicht schmeckt.

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