Sparsam: Montes Wein und Kaiken Ultra Malbec

Montes Wein Da wurden wir doch wieder mal mit etwas Interessantem bedacht: 3 Weine aus Südamerika. Gut, an sich erstmal nichts Besonderes. Aber darunter befanden sich auch zwei Weine des chilenischen Weinguts Montes, das in Teilbereichen den innovativen Ansatz verfolgt, den Wassereinsatz im Weinberg zu reduzieren. Gleich mehr dazu. Der dritte Wein stammte vom argentinischen Weingut Kaiken, das auch zu Montes gehört. Ein Ultra Malbec! Ob der wohl Mega Lecker ist? Wir werden sehen...

Montes Wein: wassersparendes Nachhaltigkeitskonzept

Da die Nachhaltigkeitsstrategie des Weinguts Montes, wie wir finden, durchaus der Erwähnung wert ist, wollen wir zu Beginn ganz kurz darauf eingehen. "Sustainable dry farmed" nennt sich das neue Konzept, welches Montes vor einigen Jahren entwickelt hat und das nun mit den ersten Weinen aus dieser Reihe fluide Früchte trägt.

Montes Alpha

Hier wächst der Montes Wein - Bild: Montes

Freilich ist kein Wein nachhaltig, höchstens der Weinbau. Aber das trifft in diesem Fall zu. Neben einigen anderen umweltrelevanten Maßnahmen hat sich Montes dazu entschieden, den eigenen Wasserverbrauch unter die Lupe zu nehmen. Hintergrund ist die enorme Menge, die im Valle Central, dem größten Weinbaugebiets Chiles, für die Bewässerung der Weinberge i.d.R. aufgebracht wird: bis zu 4 Millionen Liter Wasser pro Hektar Weinberg im Jahr. In einer trockenen Region nicht gerade ein Pappenstiel.

Vor 5 Jahren hat Montes, in Zusammenarbeit mit der staatlichen Organisation CORFO, einige Parzellen ausgewählt, auf denen ein eigens angestelltes Forschungsteam mit 0%, 25%, 50%, 75% und 100% Bewässerung an 5 verschiedenen roten Weinsorten herumexperimentierte und dabei die Entwicklung der Trauben beobachtete. Auch die Bodenbearbeitung, der Rebschnitt, die Laubarbeit und die Höhe der Laubwand wurden in die Untersuchungen mit einbezogen. Schließlich zeigte sich, dass durch verschiedene Maßnahmen eine Wassereinsparung von bis zu 65 % realisiert werden konnte. Heute wachsen die "sustainable dry farmed" Montes Weine auf 250 ha - wenn wir uns jetzt nicht arg verrechnet haben, bedeutet das eine jährliche Wassereinsparung von bis zu 650 Millionen Liter Wasser. Der Wasserspar-Wein bzw. vielmehr dass Konzept wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Gute Sache, wie wir finden...

Wer mehr darüber lesen will, kann das hier auf der Webseite des Weinguts tun. 

Montes Alpha Carmenère 2013

Montes Wein

Der Montes Wein Montes Alpha Carmenère

Auf jeden Fall haben die Reben genug Wasser abbekommen, um Trauben zu bilden, woraus dann Wein gemacht wurde – z.B. der Montes Alpha Carmenère 2013, den wir als erstes geöffnet haben. Der Engel auf dem klassisch-wertigen Etikett lässt sogar uns Heiden ein himmlisches Trinkvergnügen erhoffen. Riechen tut dieser Montes Wein jedenfalls nicht schlecht: schön fruchtig, dicht und schwer, dabei trotzdem weich. Hat was von Backpflaumenkompott, Kirsche wurde auch genannt. Geschmacklich ging es nicht ganz so dicht und intensiv zu, wie es das Bouquet vermuten ließ. Den 2013er Carmenière von Montes würden wir trotz seiner 14 Umdrehungen eher als medium bodied wine einstufen, wie man so schön sagt. Zitrone und Kirsche geben sich mit holzigen Aromen ein Stelldichein, das in einem langen Nachhall endet, der auch eine kleine Bitternote offenbart. Leicht adstringierend und insgesamt lecker, waren sich alle einig! Und es gab noch eine hilfreiche Anmerkung am Ende: man solle den Carmenère aufgrund seiner ausgeprägten Zahnfärbeeigenschaften besser nicht zum ersten Date trinken...

Montes Alpha Cabernet Sauvignon 2012

Montes Wein

Montes Alpha Cabernet Sauvignon

Der zweite Wein in der Runde, der Montes Alpha Cabernet Sauvignon 2012, riecht zwar auch schwer und leicht vergoren, aber deutlich fruchtiger (Beerenfrüchte und Zitrone) und etwas süßer als der Camenère. Auch nussige Aromen kommen zum Vorschein. Geschmacklich spiegelt sich das alles wider und wird durch Espresso- und Schokoladennoten ergänzt. Kein samtiger Wein, eher glatt und kühl sowie etwas "staubig" und stark adstringierend. Im Abgang verwandelt sich die Zitrone in eine Grapefruit, die von Holunder umrankt wird, was ganz reizvoll ist. Leider ist der Wein auch etwas säuerlich und bitter, was zusammen mit der pelzigen Zunge nicht ganz so begeistert.

Kaiken Ultra Malbec 2012

Kaiken Ultra

Auch ein Montes Wein: Der Kaiken Ultra Malbec

Den Abschluss machte der Kaiken Ultra Malbec, der sich schon optisch mit seinem dynamisch gestalteten Etikett von den anderen Weinen abhebt. Malbec ist die typische Rebsorte für das argentinische Weinbaugebiet Mendoza. Und leider (viel lieber hätten wir die nachhaltig angebauten Wasserspar-Weine von Montes mit diesem Adjektiv versehen) riecht er toll! Sehr dicht, rund und harmonisch. Fruchtig, um nicht zu sagen: Blaubeerig. Auch geschmacklich setzt sich der ausgewogene Eindruck fort und – das lässt unsere Weinherzen höher schlagen: die spürbaren Tannine sorgen in diesem Fall nicht für eine Bitternote (das Leben ist ja schon bitter genug, da braucht man das nicht auch noch im Wein...aber das ist ja Geschmacksache). Insgesamt wirkt der Kaiken Ultra Malbec etwas vollmundiger und beeriger als die anderen Weine, sicher auch etwas mainstreamiger. Was aber nicht heißt, dass dieser Malbec eindimensional ist: Im Aromentöpfchen finden sich Brombeere (wo ist die Blaubeere?), Zitrone und Orange, ein wenig Vanille und Vollmilchschokolade sowie Lakritz und schließen tut dieser argentinische Rotwein mit einer reizvollen Zitrusspitze. Eine Mittrinkerin zog den Vergleich zu Schokolade mit Fruchtfüllung. Insgesamt ausbalanciert und süffig! Hat fast allen aus der Runde auf Anhieb am besten gefallen – eins, zwei Ausreißerinnen gab es, die den Montes Carmenère bevorzugten.

Kaiken Malbec

Ein Kaiken-Weinberg in Mendoza - Bild: Frederico Garcia

...tastes like a Fazit: Über Geschmack lässt sich wunderbar streiten

...mussten wir diesmal aber kaum. Während mindestens eine Mittrinkerin deutlich vernehmbar den Carmenère zum Wein des Abends erhob, waren alle übrigen vom Ultra Malbec aus dem Hause Kaiken angetan. Aber schon dicht gefolgt vom Montes Wein Carmenère. Der Montes Alpha Cabernet Sauvignon war zwar voll in Ordnung, hat in unserer Runde allerdings keine großen Fans gewonnen. Interessant wäre es sicher gewesen, einen chilenischen Malbec von Montes gegenüberzustellen, der war aber leider nicht lieferbar.

3 interessante Weine mit unterschiedlichem Charakter, mit denen man auf eine gustatorische Entdeckungsreise gehen kann. Gut gemacht sind sicher alle, letztlich ist es eine Geschmacksfrage.

Kaufen kann man die Kaiken und Montes Weine für je etwas über 10 Euro bei Jacques Weindepot oder woanders: z.B. 

hier den Montes Alpha Carmenère,

hier den Montes Alpha Cabernet Sauvignon und 

hier den Kaiken Ultra Malbec.

 

Abschließend noch das Übliche: Wir haben die Weine zum Probieren und Beschreiben zugeschickt bekommen. Weder ist Geld geflossen, noch bestehen irgendwelche Absprachen, die ein günstiges Abschneiden der Weine in unserem Weinmagazin zum Inhalt haben.

Wenn Ihr die Weine kaufen wollt, könnt Ihr das bspw. über die im Fazit gesetzten Links tun, dann verdienen wir ein paar Cent daran.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere