Wein am Rhein: Weinbau im Rheingau (mit Video)

Rheingau Wein

Weinberge und Weinlese bei Assmannshausen/Rheingau

Den Rheingau kennt man als Weinliebhaber*in. Und das beschauliche Touri-Mekka Rüdesheim, quasi die Hauptstadt des Rheingaus, ist ebenfalls international bekannt. Warum auch immer. Wir haben es schon oft erlebt, wenn wir unterwegs waren und Menschen aus anderen Ländern getroffen haben: Mainz, Wiesbaden...nie gehört. Rüdesheim? Aaaahhh...Rüdesheim, yes, of course... Kurzum: der Rheingau ist eines der bekanntesten Weinbaugebiete Deutschlands.

Rheingau Wein

Weinbaugebiete in Deutschland. Links neben Wiesbaden liegt der Rheingau.

Zwischen dem Hunsrück im Südwesten, dem Taunus bzw. dem Rheingaugebirge genannten Taunusausläufer im Norden und dem Rhein vor der gen Süden gelegenen Haustür ist das kleine Weinbaugebiet Rheingau eingepfercht. Auf über 30 Kilometer Länge ändert hier der Rhein seinen Süd-Nord-Verlauf und fließt ziemlich straight von Osten nach Westen. Und das Weinbaugebiet Rheingau profitiert an dieser Stelle von sehr günstigen Bedingungen für den Weinbau – denn der Rheingau ist nicht nur deshalb so gut für den Weinbau geeignet, weil sich die beiden Wörter reimen. Nein. Geschützt von den Berghängen und verwöhnt vom Sonnenspiegel und Feuchtigkeitsreservoir Rhein gibt's auf dem schmalen Streifen, auf dem Weinbau im Rheingau betrieben wird, überdurchschnittlich warme Sommer und milde Winter, was sich in einem Temperaturmittel von 10,6 °C äußert – zum Vergleich: die Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland beträgt etwa 8,2°C.

Direkt auf der anderen Seite des Rheins und somit in Rheinland-Pfalz liegt mit Rheinhessen das größte, jedoch nicht ganz so prestigeträchtige Weinbaugebiet Deutschlands. Wobei gerade letzter Punkt angesichts junger, aufstrebender Winzer*innen immer weniger Bedeutung hat – einige behaupten sogar, dass sich die Bedeutung der beiden Weinbaugebiete gerade umkehre. Nunja, es ist nicht an uns, dies zu beurteilen, können und wollen wir auch nicht. Zurück zum Thema...

Rheingau Wein

Blick vom Rheingau nach Rheinhessen bzw. Bingen

Rheingau Wein

Weinberge und Weinlese bei Assmannshausen

 

Rheingau = Wein = Riesling

Auf rund 3.100 Hektar wird im Rheingau Wein angepflanzt, womit der Rheingau zu den kleinsten Weinbaugebieten Deutschlands zählt. Rund 30 Prozent der Anbaufläche entfallen auf Steillagen. 700 Weinbaubetriebe (Stand 2013) teilen sich diese übersichtliche Fläche, die meisten davon sind kleinere, selbstvermarktende Betriebe mit maximal 10 Hektar Rebfläche. Auf den Flaschenweinverkauf entfallen 80 Prozent.

Wein Rheingau

Alter Weinverladekran am Rhein in Oestrich/Rheingau

Im Rheingau ist Wein fast gleichbedeutend mit Riesling. Eine Ausnahme von dieser Regel bildet lediglich das kleine Örtchen Assmanshausen im Westen des Rheingaus, das v.a. für seinen – recht teuren – Spätburgunder bekannt ist. Im Rheingau kommt der Spätburgunder auf rund 10 Prozent, weitere Rebsorten spielen kaum eine Rolle. Ansonsten sind 2.500 Hektar allein mit Riesling-Reben bestockt, womit diese Rebsorte einen Anteil von fast 81 Prozent in diesem Weinbaugebiet hält – so viel, wie in keinem anderen Weinbaugebiet Deutschlands.

>>> mehr Info's zum Riesling gibt's hier <<<

Die Weinberge liegen vor allem an den Südhängen Richtung Rhein. Die Böden sind meist steinig: Mergelböden, Schiefer, Phyllitschiefer, Quarzit, Kiesel und Sandstein sowie Lehm und kalkhaltige Böden aus Sandlöß oder Löß sind vorherrschend. Dies soll das Seinige für die vielgepriesenen mineralischen Aromen und die klimatisch bedingten feinen Fruchtsäuren beitragen. Die steileren Weinberge und natürlich der besondere Ruf des Rheingaus tragen dazu bei, dass der Rheingau Wein meist ein wenig teurer ist als vergleichbare Tropfen aus anderen Weinregionen.

Wer zu spät kommt, den belohnt das Leben...

Wein Rheingau

Bekannt geworden ist der Rheingau schon früh: Im Jahr 1775 wurde im berühmten, Weinbau betreibenden Schloss Johannisberg der Vorteil einer späten Weinlese bzw. die Edelfäule entdeckt, was heute schön mit der Geschichte und den Comics des Spätlesereiters vermarktet wird. Die Geschichte geht so: 1775 wurde, wie jedes Jahr, ein Bote mit reifen Weintrauben zum Fürstbischof nach Fulda geschickt, um von dort die Erlaubnis zum Beginn der Weinlese einzuholen. Aber der Bote kam und kam nicht wieder und während sonstwo schon alle Trauben abgeerntet waren, saßen die Mönche betrübt auf dem Schloss Johannisberg und sahen ihren neuen Jahrgang schwinden: die Weintrauben verschrumpelten und faulten. Als der Bote dann nach einigen Wochen zurückkehrte, wollten die Möche retten, was zu retten ist und kelterten den unansehnlichen Haufen Beeren zu Wein – und siehe da: heraus kam ein köstlicher Tropfen. So soll also durch einen Zufall die Edelfäule entdeckt worden sein, die den Grundstein für die Spätlese-Qualitäten legte. Ob sich die Geschichte genau so zugetragen hat, wird zwar angezweifelt, aber das spielt ja auch keine große Rolle.

Hier noch ein Rheingau-Wein-Promovideo mit schönen Bildern:

 

Quellen: DWI, Wikipedia, kulturland-rheingau.de

Weinbaugebiete-Grafik: DalGobboM/CC BY-SA 3.0, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rheingau_(Weinbaugebiet)#/media/File:WeinbaugebieteDeutschland.svg

Übrige Bilder: deutsche-weine.de/Deutsches Weininstitut

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