Das Weinzitat der Woche: al-Hariri

 

„Wein ist der Glättstein

Des Trübsinns, der Wetzstein

Des Stumpfsinns, der Brettstein

Des Sieges im Schach.

Ja, Wein ist der Meister

Der Menschen und Geister,

Der Feige macht dreister

Und stärket, was schwach,

Der Krankes gesund macht,

Verborgenes kund macht,

Und Morgen aus Nacht.

Sprich, weißt Du, was besser

Als Schenkengewässer

Und brausende Fässer

Und Taumelgelag?“

 

Wein al-Hariri

Eine Illustration eines Nachdruckes eines von al-Hariris Werken

Weinzitat trifft es in diesem Fall wohl nicht mehr – vielmehr handelt es sich bei diesen wunderbar wohlklingenden Versen um einen kleinen Weingedicht-Schatz. Und jetzt ratet mal, wer dieses Weingedicht wann verfasst hat! Ganz genau: al-Hariri, im Verlaufe seines von 1054 bis 1122 währenden Daseins.

al-Hariri, der mit vollem Namen Abu Muhammad al-Qasim ibn Ali ibn Muhammad ibn Uthman ibn al-Hariri al-Basri (und weil’s so schön ist, auf arabisch: ‏أبو محمد القاسم بن علي بن محمد بن عثمان بن الحريري البصري‎) geheißen haben soll, hat diese gewitzte Ode an den Wein in einer Dichtung dem von ihm erdachten Charakter Abu Seid in den Mund gelegt, der von der Literaturkritik als arabisches (und etwas sprachgewandteres) Gegenstück zu Till Eulenspiegel gedeutet wird. Wie auch immer: ein schönes Weinzitat, das man gerne nochmal liest.

 

Quelle: de.wikisource.org, wikipedia.de

Bildnachweis: Public Domain, Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Al-Hariri_of_Basra#/media/File:Al-Wasiti-Discussion_near_a_village.jpg

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