Nie wieder Kater?

hangoverDiese Aussicht würde Lunes zwar betrüblich stimmen, gemeint ist hier aber freilich der ungeliebte Hangover nach einem feucht-fröhlichen Abend. Angeblich sollen Wissenschaftler*innen in den USA an einem Wein tüfteln, dessen Genuss keine Katersymptome mehr nach sich ziehen soll.

Nach einem etwas differenzierteren Medienbericht tun sie das aber gar nicht bzw. sind die Forscher*innen um Prof. Dr. Yong-Su Jin von der University of Illinois von solchen Ergebnissen noch Lichtjahre entfernt – sofern überhaupt jemals ein Wein derart manipuliert werden könne, dass er auch bei übermäßigem Konsum keine Kopfschmerzen mehr bereitet, wie Prof. Jin anmerkt.

Tatsächlich werkelt das Forschungsteam an Hefestämmen herum, die für die Gärung des Weines (und anderer alkoholischer Getränke) zuständig sind – mittels der, sagen wir mal: umstrittenen Gentechnik. Erstmals soll es nun gelungen sein, durch ein Genom-Messer genanntes Verfahren bestimmte Gene in diesen Hefestämmen zu verändern. Und warum tun sie das? Neben anderen möglichen Anwendungsgebieten (bessere und effizientere Gärung) sei es ein Ziel, möglicherweise eine Hefe zu entwickeln, die eine sog. malolaktische Gärung initiieren könnte – was eigentlich der Job von Bakterien ist, aber Prof. Jin erhofft sich einen speziellen Hefestamm, der das leisten kann. Bei der malolaktischen Gärung (auch Äpfelsäure-Milchsäure-Gärung genannt) handelt es sich um eine sekundäre Gärung, die für einen biologischen Säureabbau (bzw. eine Umwandlung der Apfelsäure in die weichere Milchsäure) sorgt. Sie folgt in der Regel der primären Gärung, in deren Verlauf der Zucker in Alkohol umgewandelt wird. Nun, die gentechnisch veränderten Hefen sollen dabei auch weniger Histamin und andere potenzielle Kopfschmerz-Substanzen freisetzen (und nebenbei den Resveratrol-Anteil erhöhen) – was vielleicht irgendwann doch zu einer Milderung von Katersymptomen führen könnte. Aber höchstens zu einer Milderung, denn Histamin und Co werden bei Weitem nicht als alleinige Ursache für die ungeliebten Kopfschmerzen gesehen. Irgendwie soll der ganze Katzenjammer nämlich noch mit einer weiteren Substanz zusammenhangen: Alkohol.

Quelle: yoopress.com

Bildnachweis: Savara/CC BY 2.0 , Quelle: https://www.flickr.com/photos/savara/5007801586/

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