Warum man in Ober-Hilbersheim keinen Wein anbauen kann, was griechischer Wein mit Rheinhessen zu tun hat und warum Dornfelder nicht schlecht sein muss

Weingut Axel SchmittEin Besuch bei und Interview mit dem Weingut Axel Schmitt

Das Weingut Axel Schmitt im beschaulichen Ober-Hilbersheim ist einen Besuch wert. Seit mehr als 13 Generationen betreibt die Familie in Rheinhessen bereits Weinbau, die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1672. Vor rund 15 Jahren hat Axel Schmitt den elterlichen Betrieb übernommen und führt auf den rund 14 Hektar fast schon eine weitere Tradition fort: Bio-Wein. Seine Eltern gehörten zu den Gründungsmitgliedern des Bio-Weinbauverbandes Ecovin. 1985 war das, ökologisch gewirtschaftet wurde auf dem Weingut und in den Weinbergen aber schon seit 1978. Bio-Pioniere also, die nicht erst kürzlich auf den immer mehr Fahrt aufnehmenden Bio-Zug aufgesprungen sind.

Alles Grund genug, dem Weingut mal einen Besuch abzustatten. Axel Schmitt ist aktuell viel beschäftigt, gerade wird der 2014er Jahrgang abgefüllt. Umso mehr freue ich mich, dass er abends die Zeit gefunden hat, mir einige seiner Weine vorzustellen und dabei ein wenig zu plaudern. Da wir auf …tastes like Wine! v.a. gute und günstige Weine vorstellen wollen, wurden die entsprechenden Weine aus dem umfangreichen Sortiment herausgesucht. Und während ich mich als Laie und Banause offenbare, erweist sich Axel als überaus freundlicher Gastgeber…

Weingut Axel Schmitt

Axel Schmitt

…tastes like Wine: Du füllst gerade den neuen Jahrgang ab?

Axel Schmitt: Ja. Ich fülle ungefähr zwei Wochen im Jahr ab, jetzt habe ich die erste Woche hinter mir. Da muss man sich ziemlich konzentrieren.

Um die Anlage zu bedienen?

Nein, vorher schon. Der Wein muss vorbereitet werden: Er wird nochmal filtriert, der Verschnitt muss passen, man muss ständig ins Labor rennen usw. Das ist schon viel Arbeit. Gerade auch bei einem Cuvée, um den richtigen Verschnittpartner zu finden.

Wie lange musst Du rumprobieren, bis Du die richtigen Weine und deren Verhältnis für ein Cuvée gefunden hast?

Ach, das fängt bei der Weinlese schon an. Da mache ich mir schon Gedanken, was passen könnte. Die einzelnen Weinberge baue ich in unterschiedlichen Tanks aus. Ich habe bspw. 5 verschiedene Riesling-Lagen. Die besten, darunter bspw. der Binger Honigberg, bekommen ihren eigenen Wein in unserer Akzent- oder Signatur-Kategorie, die anderen werden in unserem Auftakt-Wein zusammengeführt. Aber man gibt sich natürlich bei allen Weinen die maximale Mühe.

Seit mehr als 13 Generationen betreibt Eure Familie Weinbau. Das ist ja schon ’ne Ansage. Als bei Dir die Entscheidung anstand, was Du mal beruflich machen willst: Hast Du diese Familientradition als Berufung oder Last empfunden? Nie den Gedanken gehabt, etwas anderes zu machen?

Nö, ich bin nicht gezwungen worden. Ich habe zwar früher schon im Betrieb mitgeholfen, aber nicht voll. Nach dem Abitur habe ich kurz überlegt, Biologie zu studieren, aber dann habe ich mich doch für den Weinbau entschieden. Früher mal war die Arbeit im Weinberg nicht meine Traumvorstellung (lacht), aber mittlerweile verbringe ich viel Zeit im Büro und wünsche mir oft die Arbeit im Weinberg zurück. Das ist schon viel Arbeit, Anbau, Vermarktung, Bürokratie…aber es läuft gut.

Hast Du als Winzer irgendwelche Vorbilder oder besinnst Du dich voll und ganz auf die eigene Tradition oder die eigenen Ideen?

Ich versuche schon, meinen eigenen Weg zu gehen, schaue aber auch über den Tellerrand. Ich mache auch viele Exkursionen, besuche andere Weingüter und probiere deren Weine. Man muss ja auch wissen, wo man steht.

Spürst Du noch Vorbehalte gegenüber Bio-Wein?

Ne, das hat sich komplett gegeben. Vor 10 Jahren war das noch ein bisschen anders, aber mittlerweile ist das eher umgekehrt. Wir haben oft Besuch von Winzer-Gruppen, die Betriebsbesichtigungen machen, um die Arbeitsweisen und Abläufe in einem Bio-Weingut kennen zu lernen. Ich bin im Vorstand von Ecovin Rheinhessen und da bekommen wir viele Anfragen. Gerade auch aus dem Ausland: Tschechien, Niederlande, England usw. Nur spanische und französische Winzer kommen nicht, die sind so von sich selbst überzeugt, die brauchen das nicht… (lacht)

Ihr präsentiert Eure Weine im Rahmen einer dreiteiligen Kollektion: Auftakt, Akzent, Signatur. Ist ein Signatur-Wein besser als einer der Auftakt-Weine? Worin besteht der grundlegende Unterschied?

Das ist unsere persönliche Qualitätspyramide. Die haben wir eingeführt, um eine Orientierung zu bieten und die eher einfacheren Weine von den höherwertigen zu unterscheiden. Die Auftakt-Weine werden auch früher geerntet, damit sie nicht soviel Alkohol bekommen. Sie sollen ja auch etwas leichter sein, Trinkweine für jeden Tag. Der trockene Riesling ist mit 12 Prozent hier schon an der Obergrenze. Die Akzent- und Signatur-Weine sind da schon kräftiger.

Jede Linie hat auch ihre spezielle Etikettengestaltung mit Dreieck, Kreis und Raute. Diese Kategorien ersetzen auch Spätlese, Kabinett, Auslese usw., was wir als Bezeichnungen weitgehend abgeschafft haben. Unsere trockenen Spätlesen wurden häufig nicht gekauft, weil viele mit dem Begriff automatisch einen süßen Wein verbinden. Deshalb verwenden wir das so gut wie nicht mehr, sondern eben unsere eigene Klassifizierung. Mittlerweile machen das viele Weingüter so.

Die Etiketten wollte ich sowieso ansprechen: Die Motive sind sehr modern und abstrakt – spiegelt das den persönlichen Geschmack wider oder ist das ein bewusster Bruch mit dem traditionellen Bio-Image?

Natürlich müssen sie mir gefallen, ich kann nichts verkaufen, was mir persönlich nicht gefällt. (lacht) Vor einigen Jahren haben wir das in Auftrag gegeben, um etwas Besonderes zu kreieren. Das hatte mit Bio nichts zu tun.

Sollen wir mal den Riesling (trocken, 2013) probieren?Weingut Axel Schmitt Riesling

Klar. Kann man den eigenen Wein noch sehen nach all dem Probieren während des Ausbaus und den ganzen Verkostungen?

Geht schon, ich hab ja 30 verschiedene….(lacht)

Mmh, der ist süffig! Hat aber recht wenig Säure, oder?

Ne, eigentlich normal für einen Riesling. Das ist ein schönes Beispiel für einen typischen Rheinhessen-Riesling mit schönen Pfirsich- und Zitrus-Aromen.

Ja, der Pfirsich kommt gut durch… Ist lecker.

Ein schöner Einstiegswein. Wurde auch fast im Gault-Millau als bester Schoppenwein ausgezeichnet…aber immerhin war er in der Endausscheidung. (lacht)

So, wir können ja mal den Johanniter (2013) probieren.

Erzähl uns doch mal, was das für eine Rebsorte ist.

Das ist eine sog. PiWi-Rebsorte, also pilzwiderstandsfähig. Ich habe die probiert und die hat mir geschmacklich gut gefallen. Johanniter ist eine Kreuzung aus Riesling mit einer Rebe, die resistent ist gegen Mehltau. Wir müssen ja auch gegen Mehltau spritzen, sonst geht bei unserer Witterung alles kaputt. Ansonsten setzen wir keine Insektizide und Herbizide ein.

Mit Kupfer?

Ne, hauptsächlich mit Schwefel. Nur wenn es ganz nass ist, müssen wir Kupfer nehmen. Schwefel verdunstet und bildet dann quasi eine Schwefelwolke im Weinberg, die verhindert, dass der Pilz keimen kann. Gegen Ende wird nicht mehr mit Schwefel gespritzt, da das zu Fehlaromen im Wein führen kann. Da greifen wir dann zu einer Art Backpulver, das wirkt auch pilzhemmend, aber nicht ganz so stark. Und Johanniter wird wenig bis kaum gespritzt, weil die Blätter und Trauben eben resistent gegen Mehltau sind. Dieser Weinberg wird übers Jahr nur rund zwei Mal gespritzt, die anderen vielleicht acht bis neun Mal. Früher gab’s übrigens kein Mehltau, das wurde vor etwas über 100 Jahren aus Nordamerika eingeschleppt und hat hier viel zerstört. Da musste man sich was einfallen lassen – und hat dann zum Kupfer und Schwefel gegriffen. Beim Schwefel war das früher ungefähr die 10-fache Menge von dem, was wir heute ausbringen. Da haben dann deine Augen angefangen zu tränen, wenn du durch den Weinberg durchmusstest. Heute mischen wir den Schwefel mit Wasser und spritzen den direkt auf die Blätter. Früher wurde der Schwefel wie Kalk auf den Boden gestreut…aber ich kenne das persönlich nicht mehr.

Zurück zum Wein: Beim Johanniter kommt die Zitrone schon deutlich zum Vorschein…

Der ist schon Riesling-ähnlich, aber mit deutlich weniger Säure.

…mit einer zitronentypischen säuerlich-bitteren Note, oder?

Find‘ ich nicht.

Ich finde schon, aber nicht unangenehm. Ich glaube, ich tendiere eher zum Riesling…lass uns mal den Rivaner probieren.

Rivaner Weingut Axel SchmittJa, das ist jetzt der 2014er. Rivaner ist ja ein anderer Name für Müller-Thurgau, eine Rebsorte, die vor etwa 100 Jahren von einem Herrn Müller aus Thurgau gezüchtet wurde, daher der Name. Rivaner klingt nicht so altbacken, daher verwenden viele den Namen. Der leitet sich aus den von Müller angegebenen Elternreben Riesling und Silvaner ab. (In der Schweiz wird dieser Wein manchmal auch als Riesling-Silvaner angeboten. Mittlerweile haben genetische Untersuchungen jedoch ergeben, dass Müller-Thurgau eine Kreuzung der Rebsorten Riesling und Madeleine Royale ist – Anm. tlW)

Oh, der ist schön fruchtig und frisch. Ein angenehmer Wein.

Ja. Und er hat ein feines Muskataroma. Rivaner ist eine der in Rheinhessen am meisten angebauten Rebsorten.

Wenn wir gerade wieder in Rheinhessen sind: Das ist ja das größte deutsche Weinanbaugebiet und in sich sicher vielfältig. Was unterscheidet die Gegend um Ober-Hilbersheim von anderen rheinhessischen Regionen?

Um Ober-Hilbersheim gibt es gar keine Weinberge bzw. kaum…

Äh, natürlich…(peinlich…aber es war schon dunkel als ich kam…)

…wir haben unsere Weinberge überall in den Nachbargemeinden verteilt, bspw. in Bingen, Sprendlingen, St. Johann. Bei uns ist es zu frostempfindlich für Weinbau. Das ist eine Hochebene hier, auf diesem Plateau wird eigentlich nur Ackerbau betrieben. Ganz früher ist hier einmal der Rhein langgeflossen. Die Böden sind relativ fruchtbar, aber die Kaltluft kann hier nicht abfließen und es ist zu windoffen. Das ist ein Problem, weil der Wind die Pollen wegträgt und die Erträge entsprechend niedrig ausfallen. Aber vor allem wegen dem Frost. Etwa 70 Prozent meiner Weinberge sind Hanglagen, da kann die kalte Luft schön ins Tal fließen und es gibt keinen Frost.

Ansonsten sind die Böden in Rheinhessen schon unterschiedlich. Die Gegend, in der ich meine Weinberge habe, ist geprägt durch Löss-Lehm-Böden und sehr kalkhaltige Böden. In manchen Weinbergen wird der Boden bei Trockenheit fast weiß. Das ist manchmal schwierig, die Weinberge groß zu ziehen, weil die Böden recht arm sind, aber für die Weinqualität ist es super. Gerade für Spätburgunder oder Riesling. Normalerweise dauert es 3 Jahre, bis man in einem Weinberg den ersten Ertrag hat – auf den Böden dauert es manchmal 6 Jahre.

Und findet sich dieser besondere Boden auch im Weingeschmack wieder? Und in diesem Zusammenhang: Was hälst Du von „Terroir“?

Da ist schon was dran. Terroir ist ja nicht nur der Boden oder der Weinberg. Terroir ist ja alles, das Klima und der Winzer gehören auch dazu. Bspw. spielt es eine Rolle, ob ich meine Reben in Ost-West-Richtung zeile oder Nord-Süd-Richtung, wie ich den Weinberg bewirtschafte, usw. Es gibt tausende Einflussfaktoren, die alle ins Terroir mit reinspielen. Aber der Boden spielt schon eine große Rolle. Unser Riesling vom Binger Honigberg steht auf einem Löss-Lehm-Boden und der hat tatsächlich etwas Honig-artiges, wie ich finde. Ich habe Rieslinge in verschiedenen Lagen mit verschiedenen Böden, die schmecken einfach alle anders, obwohl die teilweise nur 5 Kilometer auseinander sind.

Probieren wir doch mal den Spätburgunder S (2012). Der gehört zu unseren Akzent-Weinen, den haben wir nicht als Auftakt. Der ist im Eichenholzfass gereift. Wir haben einen Holzfasskeller, in dem etwa 50 Eichenholz- und Barrique-Fässer lagern. Da baue ich einige der höherwertigen Rotweine aus. Die einfacheren Weine sind im Stahltank. Bei unserem Logo handelt es sich übrigens um das stilisierte Tonnengewölbe unseres Kellers.

Der riecht gut, dicht…beim ersten Schluck breitet sich das Aroma gleichmäßig aus, hat eine angenehme Schwere, ohne überladen zu sein….aber auch eine leichte Bitternote, oder?

Alle meine Rotweine sind Maische vergoren. Es gibt ja noch die andere Methode, die Farbe mittels Wärme zu extrahieren – das mache ich nicht. Für mich werden die Weine dann zu glatt und zu marmeladig. Aber das ist natürlich Ansichtssache.

Ich finde diese Bitternote auch noch nicht unangenehm. Ich glaube, ich bin nur ein wenig sensibel, was Bitteraromen angeht.

Meine Weine haben mehr Tannin, das ist ja auch ein Bitterstoff. (Axel holt den Dornfelder hervor und schenkt ein…)

Dornfelder Weingut Axel SchmittDu hast ja einige Dornfelder im Programm. Böse Zungen behaupten ja, dass der Rebsorte Dornfelder unter geschmacklichen Aspekten jegliche Legitimation fehlt. Was sagst Du dazu? Bzw. warum trifft das auf Euren Dornfelder nicht zu?

(Lacht) Naja, gut, aus einem Dornfelder einen ganz großen Wein zu machen, ist schwer. Zwar nicht unmöglich, aber es ist schon nicht so leicht. Das sieht man schon an der Beeren-Struktur, das sind relativ dicke Beeren. Die meisten Sorten, aus denen sich Super-Weine herstellen lassen, die haben eher kleine Beeren und viele Kerne, das Schale-Fruchtfleisch-Verhältnis geht da eher Richtung Schale. Die haben mehr Tannine, Farbe und andere Inhaltsstoffe. Aber Dornfelder hat trotzdem eine relativ dunkle Farbe. Der wurde uns früher aus den Fingern gerissen und hat sich super verkauft. Und weil Dornfelder sich gut verkauft hat, gab es immer mehr davon, alle haben ihn angepflanzt…und irgendwann gabs dann zuviel davon. Und dann haben irgendwelche Journalisten angefangen zu schreiben, dass Dornfelder doch kein Rotwein sei, sondern nur ein roter Wein und solche Sachen…

(glücklicherweise bin ich ja kein Journalist und darf mich nicht angesprochen fühlen…den kritischen Blick habe ich aber sehr wohl wahrgenommen)

…naja. Es gibt aber auch einige Dornfelder, auf die das zutrifft. Das macht die Sache nicht einfacher. Aber ich verkaufe den immer noch gut, auch wenn er bei mir im Einstiegssegment liegt.

Dieser Dornfelder riecht wirklich gut, rund und fruchtig. Und schmecken tut er auch. Viel weicher als der Spätburgunder…

Ja, der ist glatter, hat weniger Tannin als der Spätburgunder. Ist Geschmackssache… (lacht)

(es ist spürbar, dass Axels Herz eher an den Charakterweinen liegt…und ich muss mich als „Weichwein“-Fan outen) …ähm, ja, also ich find den richtig gut.

Ihr habt auch einen Onlineshop. Werden viele Weine über das Internet bestellt oder lebt Ihr hauptsächlich vom persönlichen Gutsverkauf?

Das meiste läuft mittlerweile über Versand. Oft sind das schon die gleichen Kunden, die wir früher schon hatten. Früher haben wir das per Post oder per Telefon erledigt, jetzt wird der Onlineshop genutzt. Ab und zu sind aber auch Neukunden dabei. Die meisten Weingüter haben ja mittlerweile einen Onlineshop.

Stimmt. Aber es gibt noch einige, die keinen haben.

Ja, oft auch absichtlich, v.a. bei den größeren Weingütern, die viel über den Handel vertreiben. Der sieht das nicht so gerne, wenn man auch direkt beim Weingut bestellen kann.

Ihr bietet auch griechische Weine an. Wie kam es denn dazu?

Mein Vater hat sich, nachdem er sich zur Ruhe gesetzt hat, ein kleines Häuschen in Griechenland gekauft, auf der Insel Lesbos. Nachdem er das Haus renoviert hat, kam er auf die Idee, im großen Garten Reben anzupflanzen. Die ersten paar Jahre war es ein reines Hobby. Aber es hat so gut geklappt, dass wir dort noch ein größeres Grundstück gekauft und dort einen etwas größeren Weinberg angelegt haben. Aber mit der Bürokratie in Griechenland ist es schwierig und kompliziert. Wir dürfen den jetzt auch hier verkaufen, aber das hat zwei Jahre gedauert, das durchzukriegen… (lacht und schüttelt den Kopf) Die Bedingungen für Weinbau sind schon genial dort. Hier gibts bspw. zwei Mehltau-Krankheiten, da nur eine, weil es im Sommer sehr heiß und trocken ist. Und Wasser zum Bewässern gibt’s da unten auch genug.

Und welche Rebsorten baut Ihr da an?

Weingut Axel Schmitt griechischer WeinZwei lokale, die man hier eigentlich nicht kennt. Die weiße, Assyrtiko, kennt man vielleicht noch, die ist ein wenig bekannter. Die rote, Kaloniatiko, kennt man hier nicht, die gibt’s nur auf Lesbos. Ich habe den Roten hier stehen…willst Du mal probieren?

Klar!

Der hat 14 Prozent und ist wuchtiger. Diese Sorte ist nicht tief dunkel, aber schon ziemlich gehaltvoll.

Oh, der riecht ja interessant…

Ja, der ist ganz anders als die Weine von hier. Der ist ein bisschen pflaumig. Den verkaufen wir gut. Aber wenn die bürokratischen Hürden weiter bestehen bleiben, dann werden wir den Weinbau vielleicht wieder einstellen. Die Beamten sagen so Sachen wie „Uh, aus Griechenland wollt Ihr den Wein ausführen? Das ist kompliziert….lasst es mal lieber…lasst ihn doch hier…“ (lacht) Aber ich fahr gerne hin, das ist ein schönes Land und die Leute sind locker…und man kann tollen Wein machen.

…und schmeckt genauso interessant, also den finde ich super. Was kostet die Flasche?

Der kostet 10 Euro. Der ist auch höherwertig, aber v.a. steckt da viel Aufwand drin. Bevor wir mit unserem griechischen Wein Gewinn machen, müssen wir den erst viele Jahre verkaufen. Wir produzieren dort auch keine großen Mengen, vom Rotwein vielleicht 800 Flaschen im Jahr. Aber wir wollen das auch erst mal auf diesem Niveau halten.

Danke für Deine Zeit und das Interview!

Wer nicht auf weichgespülte Weine steht, sondern eine individuelle Note – die sich übrigens auch im Flaschendesign bis hin zum Schraubverschluss mit schicker Prägung ausdrückt – zu schätzen weiß, sollte dem Weingut Axel Schmitt mal einen persönlichen oder virtuellen Besuch abstatten.Weingut Axel Schmitt

Mir haben der Riesling, der Rivaner und, ja, der Dornfelder aus dem Auftakt-Segment am Besten geschmeckt. Und der griechische Wein war wirklich toll, mit 10 Euro aber nicht ganz so günstig. Die anderen probierten Weine lagen zwischen 4,40 und 5 Euro, für den höherwertig eingestuften Spätburgunder S werden 8,50 € abgerufen. Aber probiert doch was Ihr wollt….aber probiert mal, denn ein netter Winzer mit schönen Bio-Weinen ist doch eine gute Kombination, oder? Und bezahlbar ist es auch noch…

 

Weitere Infos zum Weingut findet Ihr hier: Weingut Axel Schmitt

…und hier mehr Infos zu Bio-Wein und Ecovin.

 

Alle Bilder: …tastes like Wine!

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