TTIP: Bio-Winzer*innen sorgen sich um Qualität

TTIP Weinbau

Viele sehen in TTIP ein Trojanisches Pferd…

Das geplante Freihandelsabkommen mit den USA TTIP ist bekanntlich sehr umstritten, da damit nicht nur der transatlantische Handel durch den Abbau von Zöllen und anderen Importbeschränkungen vereinfacht werden soll, sondern auch bspw. durch den vorgesehenen Investitionsschutz eine indirekte Einflussnahme auf die Gesetzgebung möglich wird. Während eher kritische Medien häufig auf die Errungenschaften des Verbraucher*innenschutzes fokussieren, die sie in Gefahr sehen, wird dabei gerne vergessen, dass es die EU mit einigen afrikanischen Staaten genauso macht…aber gut, bleiben wir beim Wein.

TTIP betrifft viele Bereiche, Gen-Mais und Chlorhühnchen sind nur die bekanntesten Beispiele. Natürlich wäre auch der Weinbau betroffen: Einige sehen in TTIP große Chancen für den europäischen Weinexport (z.B. Michael Schemmel vom Deutschen Weininstitut und der Assistent des stellvertretenden Generaldirektors für internationale Beziehungen der EU Kommission, Dr. Felix Bloch, auf dem IHK-Seminar „Weinexport in die USA“), da aus der EU rund 7 Mal so viel Wein in die USA exportiert werde als umgekehrt. Andere, v.a. regionale Verbände, kleinere Weingüter und Bio-Winzer*innen, sehen die geplanten Maßnahmen durchaus kritischer.

EU-Weinstandards in Gefahr?

Wie der SWR berichtet, sieht die rheinhessische Bio-Winzerin und Bundesvorsitzende von ECOVIN, Lotte Pfeffer-Müller, einen Wettbewerbsvorteil für solche us-amerikanischen Bio-Weine, die nicht aktuellen EU-Standards entsprechen und somit billiger angeboten werden könnten – wodurch die hiesigen Standards ins Wanken geraten könnten. Unklarheit gibt es auch in Bezug auf bisher geschützte Bezeichnungen und möglicherweise auftretende Nachahmerprodukte. So verweist die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) darauf, dass schon heute bspw. ein „Rhine Wine“ von einer der größten kalifornischen Weinkellereien produziert werde – dessen Trauben freilich nicht vom Rhein stammen. Durch TTIP könnten solche Produkte auch in die EU kommen, so die Befürchtung. Auch der Geschäftsführer des fränkischen Weinbauverbandes, Hermann Schmitt, äußerte sich gegenüber dem Bayerischen Rundfunk „sehr besorgt“, dass die geschützten Ursprungsbezeichnungen aufgeweicht werden.

Die geschützte Herkunftsbezeichnung für Wein stehe nicht zur Disposition, wie aus Politik-Kreisen betont wird – genährt wurden die Sorgen aber genau aus diesen Kreisen: u.a. von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU), der im „Spiegel“ erklärt hatte, dass sich schon was beim Schutz regionaler Spezialitäten durch TTIP ändern könne.

Die eindeutige Bevorzugung von Wirtschaftsinteressen großer Unternehmen, die fehlende demokratische Legitimation sowie die große Geheimhaltung, die bei den TTIP-Verhandlungen betrieben wird, wird sicherlich auch weiterhin für Unmut sorgen.

Quellen: ihk-trier.de, swr.de, br.de

Bildnachweis: https://openclipart.org/detail/211105/ttip-trojan-horse-by-worker-211105

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