…tastes like Wineprobe! Diesmal: Günstige Bio-Rotweine aus dem Discounter – Teil 1

Bio ist super – müssen wir Euch nicht erklären. Und Bio ist trendy, was manchmal zu merkwürdigen Auswüchsen führt. Jeder Discounter hat – zum Leidwesen der traditionellen Bioläden – mittlerweile eigene Bio-Lifestyle-Marken im Programm, die ein gutes Gewissen zu verdächtig günstigen Preisen verkaufen. Aber nicht jede*r kann sich die teuren Dinge leisten, die mit einem echten Bio-Geist beseelt sind. Und dann ist im Zweifel vielleicht der Griff zum Billo-Bio besser als zum Billo-Normalprodukt...aber gut, das ist eine andere Diskussion, die wir hier nicht führen wollen (und ob das auch auf Wein zutrifft, ist noch eine weitere offene Frage).

luni-logo-weinprobe bioweinZumindest führt die Bio-Welle dazu, dass mittlerweile jeder Discounter auch günstige Bio-Weine, meist Rotweine, im Programm hat. Ob die was können, haben wir für Euch getestet. Der ökologische Weinbau hat bekanntlich geringere Erträge zur Folge - allein das ist schon ein Grund, warum im Normalfall ein höherer Verkaufspreis erzielt werden muss.

Weil das Angebot recht groß ist, haben wir die ...tastes like Wine-Weinprobe gesplittet: In diesem Beitrag (Teil 1) haben wir uns durch günstigen Bio-Rotwein von Rewe, Lidl und Netto getrunken, für den nächsten (Teil 2) nehmen wir die entsprechenden Bio-Rotweine aus den Regalen von Aldi, Penny, Edeka und Alnatura unter unsere Gaumen-Lupe.

Teil 1: Rewe Bio-Rotwein, Bio-Rotwein von Netto und Bio-Rotwein von Lidl – und ein Special Guest

Eine fröhliche Runde – sehr schön! Das ist schon mal die beste Voraussetzung für ausgelassene Geschmacksstatements. Und dafür, dass der Wein besser schmeckt, denn gemeinschaftliches Trinken und Rituale prägen den Geschmack nicht unwesentlich mit, wie Wissenschaftler*innen bestätigt haben – aber dazu ein anderes Mal ausführlicher.

...und für die ganz Genauen unter Euch: Natürlich kann man die ausgewählten Weine nicht einfach so vergleichen, schließlich handelt es sich um verschiedene Rebsorten, Anbaugebiete, Jahrgänge und so weiter. Und natürlich kann man diese Bio-Rotweine einfach so vergleichen, schließlich ist es letztlich eine Frage des Geschmacks.

 

Günstiger Bio-Rotwein im Test: Was können die vergorenen Bio-Trauben von Rewe, Lidl und Netto? Und weil ein Bio-Rotwein-Mitbringsel dazu kam, haben wir den gleich mit in den Test integriert: Vivolino – passt preislich in unser heutiges Thema, ist nur nicht im Supermarkt erhältlich, sondern Online im Bio-Weinhandel Vivo lo vin.

...tastes like Wineprobe: Da waren die Flaschen noch voll

...tastes like Wineprobe: Da waren die Flaschen noch voll

BioBio Tempranillo – Vino de la Tierra de Castilla – 2013 – 12,5 %vol – 2,49 € bei Netto

Tempranillo 2Design: die Kommentare reichten von schlicht, ansprechend über bodenständig und angenehm unelitär bis hin zu infantil ("BioBio"), übergrün und Pseudo-Bio-Romantik. Mit 4 "Bio"-Erwähnungen allein auf der Frontansicht gewinnt der Tempranillo (ebenso wie der andere Netto-Wein Montepulciano), den Bio-Label-Award... Insgesamt gabs keine Bestnoten fürs Etiketten-Design. Ansonsten beanstandeten einige Traditionalist*innen den stillosen Schraubverschluss, den andere wiederum sehr praktisch fanden.

Bouquet: Ja, Schnuppern war erwünscht – und kam zu ganz entgegengesetzten Urteilen... Hier hat der Tempranillo besonders schlecht bei exakt der Hälfte unseren berufenen Nichtexpert*innen abgeschnitten: Essig und sauer waren noch die freundlichsten Kommentare, Freund*innen klarer Worte attestierten diesem Netto Bio-Rotwein sogar eine Sprit- und schlechte Trauben-Note. Die andere Hälfte wiederum beschrieb den Geruch als angenehm fruchtig...ähm, ja.

Geschmack: Während das Bouquet zumindest von Teilen der Gruppe als fruchtig beschrieben wurde, fällt dieses Adjektiv im Zusammenhang mit dem Geschmack nur zwei Male: einmal als zu säuerlich-fruchtig, das andere Mal wird nach anfänglichem Fruchteinschlag Schärfe festgestellt, gefolgt von einem Brennen im Hals. Die restlichen Bewertungen sind vernichtend: sehr sauer, langweilig, Essig, Nagellackentferner, Säure, Angst vor Sodbrennen, unrund, sauer, dumpf und metallisch im Abgang, sauer, sauer usw.... einzig rauchig ist evtl. auf der Haben-Seite zu verbuchen. Also der Tempranillo kommt im Gesamten nicht so gut weg, auch wenn zwei, drei Leute ihn letztlich als ganz ok eingestuft haben und eine mögliche Verwendung als Cola-Schoppen-Wein für denkbar halten. Damit das Bild nicht ganz so düster gezeichnet wird: Immerhin ist der Tempranillo, ebenso wie der andere Bio-Rotwein von Netto als vegan gekennzeichnet.

Fazit: Den meisten hat der Bio-Tempranillo nicht geschmeckt, ein paar wenige fanden ihn aber letztlich noch gerade ok - zumindest angesichts seines Preises: Der Bio-Rotwein von Netto ist für nicht mal 2,50 € die Flasche zu haben...

Nero d’Avola – Terre Siciliane – 2013 – 13%vol – 2,19 € bei Lidl

Nero d'Avola 2Design: Hier hat der Bio-Rotwein von Lidl schonmal überwiegend überzeugt: Die klare, nüchterne – einige meinten gar: elegante und sportliche - Gestaltung kam mehrheitlich gut an – auch wenn es einhellige Meinung war, dass das Etikett auf der Vorderseite farblich nicht mit dem auf der Rückseite harmoniert. Aber gut, da wollen wir mal nicht so sein. Auch die Meinung, der Wein wirke durch das Etikett teurer oder gehobener, als er sei, wurde nicht infrage gestellt. Schließlich wurde noch positiv hervorgehoben, dass die Rückseite mit Informationen über die Rebsorte und das Anbaugebiet aufwartet. Da sind also richtige Füchse in der Design- und Marketing-Abteilung von Lidl am Werk. Lidl-Kritiker*innen bedauerten, dass dieser Wein von Lidl stammt.

Bouquet: Sehr interessant: Bei diesem Bio-Nero riechen viele Vieles – und kommen zu höchst unterschiedlichen Ergebnissen. Während eine Person meint, das Bouquet sei nicht existent, revidieren einige andere ihren anfänglich positiven Eindruck (das Design) ob der angeblich übermächtigen Alkohol-/Spiritus-Note. Nunja, die Mehrheit kommt zu anderen Ergebnissen: frisch und fruchtig, Erde und Vanille wurden ausgemacht und sogar Zitrusfrüchte und Beeren. Ein lustiger Mix, der neugierig macht auf den ersten Schluck...

Geschmack: ...der dann doch für die meisten enttäuschend ist. Ebenso vielfältig wie die Aussagen zum Bouquet sind die Urteile zum Geschmack ausgefallen – nur dass hier die negativen Kommentare deutlich überwiegen: nur leicht fruchtig, Anklänge an bittere Erdbeere (falls es sowas gibt), zu sauer, wässrig, mild, aber etwas chlorig, nicht vollmundig und – hier waren sich fast alle einig - im Abgang seeehr alkoholisch und schnapsig. Wurde er nicht sofort herunter gespült und bekam die Gelegenheit, etwas im Mund zu verweilen, gewannen die bitteren Aromen die Oberhand, wie einige Tester*inenn übereinstimmend berichteten. Nur eine Person kam zu dem Schluss, der Wein sei angenehm, aber dennoch geschmacklich "verwirrend". Also, auch hier wieder keine Bestnoten, eher im Gegenteil: die Urteile bewegen sich weit überwiegend zwischen schmeckt gar nicht und nicht so mein Geschmack.

Fazit: Der günstigste Wein in der Runde. Während der Bio-Rotwein von Lidl optisch gefällig daherkommt, kann er die meisten unserer geschulten Nichtexpert*innen geschmacklich nicht überzeugen...tja, Design ist nicht alles. Unsre Meinung: Das Leben ist bitter genug, da muss es der Wein nicht auch noch sein. Wem das egal ist und wer zudem auf eine deftige Schnapsnote im Wein steht, kann hier aber getrost zugreifen.

Angélique – Cuvée 2012 – 3,99 € – bei Rewe

Angélique 2Design: Das Gute zuerst: Schön schlicht, meinte eine Person. Aber soll das typisch französisch sein? Berechtigte Frage, die genau so auch gestellt wurde. Mit der abgebildeten Dame (sie heißt wahrscheinlich auch Angélique), die da auf vermeintlich typisch französische Weise und zudem in leidenschaftlichem Rot in Pose gesetzt wurde, wird das Klischee ganz schön bemüht. Das kam in der Runde nicht so gut an – zurecht, sind Klischees doch recht einfallslos und kitschig. Bemüht und trashig - weitere Urteile sind der Zensur zum Opfer gefallen. Zudem hat dieses Etikett teils zu sehr kryptischen Notizen geführt, die wir im Nachhinein nicht mehr (inhaltlich!) deuten konnten – und die deshalb aus der Bewertung rausflogen. Fest steht: Dieses Flaschen-Design provoziert!

Bouquet: So einig sich die versammelten Sommelier- und Sommelière-Anwärter*innen über das Design waren – beim Bouquet gingen die Meinungen dann doch auseinander. Genauer gesagt bildeten sich hier zwei ziemlich gleich große Gruppen: Die einen, die den Geruch als zu säuerlich, teils herb, wahrnahmen, die anderen, die von dem fruchtigen Duft angetan waren. Letztere ließen sich sogar zu weitere Kommentaren wie Brombeere, blumig und samtig hinreißen...interessant!

Geschmack: Finden sich hier die zwei Bouquet-Lager wieder? Jein. Nur ein Teil der Frucht-Riecher*innen kam geschmacklich zum selben Urteil. Andere Einschätzungen überwogen: im Abgang zitronig, unangenehmer Nachgeschmack, eine Chlor-Note bizzelt in der Nase, etwas scharf, herb, eher langweilig, erst sauer, dann süß... Ausnahmslos alle empfanden den Bio-Rotwein von Rewe als zu sauer. Weitere Meinungen: Die Mehrheit kommt zum Ergebnis "nur trinken, wenn nichts anderes da ist", aber ein paar fanden, dass dieser Cuvée dann doch besser geschmeckt hat, als die Klischee-Hülle vermuten ließ.

Fazit: Die Aussage einer Testerin "Stereotyper Geschmack, passend zum Image" trifft es im Gesamten wohl am besten. Insgesamt zu sauer, um gefällig zu sein. Im Gegensatz zu den Netto Bio-Rotweinen und dem Bio-Rotwein von Lidl handelt es sich bei diesem Bio-Rotwein aus dem Rewe um keine Eigenmarke des Supermarkts. (Alkoholgehalt haben wir übrigens vergessen, uns zu notieren, ebenso, um was für ein Cuvée es sich handelt...man kann nicht alles haben)

Los Cántaros – Tinto 2013 – 13%vol – 3,99 € bei Rewe

Los Cántaros 2Design: Ebenfalls aus dem Rewe stammt dieser Tinto, der optisch wertig und bodenständig rüberkommen will. Hier wollte man bei der Gestaltung nichts falsch machen – was auch prompt mit einem langweilig quittiert wurde. Anderen wiederum hat die Farbgestaltung und das dezente, schlichte Auftreten gut gefallen. Eine Person meinte auch, das Design lasse auf einen schweren Wein schließen. Irgendwie ist man mit so einem Entwurf auf der sicheren Seite, aber große Emotionen weckt er nicht. So gab es auch die Meinung, das Etikett könnte ruhig verspielter sein oder wirke zu gewollt, um edel zu sein. Nunja, Geschmackssache eben.

Bouquet: Ahh, hier hellen sich die Gemüter auf. Geruchsmäßig stößt dieser Bio-Rotwein also auf Anklang. Insgesamt wird das Bouquet eher als leicht und dezent eingestuft: Ein wenig fruchtig, leichte Beerenanklänge, ein bisschen würzig und etwas Säure wird auch festgestellt. Alles in allem aber gefällig und nicht so aggressiv wie einige der bisher getesteten Rotweine, wie eine Person anmerkt. Zustimmendes Schniefen in der Gruppe.

Geschmack: ...spannender Moment...bestanden! Die überwiegend positiven Geruchsbewertungen zeichnen sich auch beim Geschmack ab – nur eine Person tanzt urteilsmäßig mit ihrer negativen Einschätzung aus der Reihe, aber schwarze Schafe gibts ja immer. Ansonsten sind alle vergleichsweise angetan, auch wenn kleine Mißklänge hörbar sind: etwas modrig – als hätte das Faß geschimmelt, irgendwo zwischen megalecker und uäääähh. Zudem wird mehrfach angemerkt, dass sich beim Abgang sowie beim längeren Verweilen des Tropfens im Mund der eher schwere, positive Geschmack verflüchtige, worauf die Säure und eine leichte Spiritusnote dominiere und der böse Essig-Geist verschmitzt um die Ecke linse. Geschadet aber hats dem Gesamturteil nicht: Im Gesamten wurde dieser spanische Bio-Rotwein aus dem Rewe als geschmackvoll, rund, schwer, würzig, fruchtig, trocken und mit leichter Lakritz-Note bezeichnet.

Fazit: Markant, aber unaufdringlich hatte ein Person angemerkt – treffend, wie wir meinen. Als bisher einziger Wein hat der Los Cántaros sogar eine Bestnote bekommen. Also ein heißer Anwärter auf den (Zwischen-)Sieg (gibt ja noch Teil 2...). Läßt sich gut trinken und hat den meisten geschmeckt.

BioBio Montepulciano d’Abruzzo – 2013 – 12 %vol – 2,49 € bei Netto

Montepulciano d'Abruzzo 2Design: Das Design unterscheidet sich kaum vom Tempranillo – eben der BioBio-Style von Netto. Es werden ja häufig – hier ein Beispiel - gerade günstige Produkte mit ländlichen, "ursprünglichen" Motiven versehen, die mit der tatsächlichen industriellen Fertigung wohl nur noch, sagen wir mal: sehr wenig zu tun haben. Ist das schon bewußte Täuschung? Wir tippen auf Täuschung auf Kund*innenwunsch – wer will schon dreckige Traubenvollernter und riesige Stahltanks auf dem Cover haben? Kommt hier aber, wie schon erwähnt, trotzdem nicht so gut an. Aber der Vollständigkeit halber hier nochmal einige Kommentare, die sich mit denen zum BioBio Tempranillo weitgehend decken: Infantil, gewollt traditionell und dabei zu verspielt. Eher unaufgeregt mit der Tendenz zur Belanglosigkeit. Wirkt insgesamt billig – kann man durchaus mal über eine Neugestaltung nachdenken.

Bouquet: Auch wenn einige den Geruchseindruck als sehr flüchtig beschreiben, dezent ist er nicht. Fruchtig und würzig kommt das Bouquet daher, Gewürznelken und Vanille werden ausgemacht, auch eine Glühwein-Parallele wurde gezogen. Hört, hört, das macht neugierig. Aber es ist auch ein bisschen verdächtig, denn gleich mehrere Tester*innen beurteilten den Geruch als irgendwie aromatisiert, eine fühlte sich gar an Vanille-Duftbäumchen aus dem Auto erinnert. Auch ein süßliches Holzfass wurde ausgemacht. Und schließlich der Aroma-Verdacht geäußert, dass die Weinberge evtl. auch als Kuhweide Verwendung gefunden haben...ob sich das auch geschmacklich niederschlägt?

Geschmack: Nach dem ersten, eher negativen BioBio Rotwein-Eindruck, sind die Erwartungen bei diesem zweiten Netto Rotwein in der Runde nicht sehr hoch. Umso überraschender die Bewertungen. Klar, einigen hats nicht so gut geschmeckt, anderen dafür aber umso besser (erstaunt, dass er so gut schmeckt). Diesen Anflug von Aromazusätzen verliert der Montepulciano d'Abruzzo aber auch beim Schmecken und Schlürfen nicht. Ansonsten wurde der Wein von den Befürworter*innen als eher leicht, fruchtig, vanillig und angenehm beschrieben, anfangs leicht säuerlich, dann süßlich. Aber einigen war er dann doch etwas zu leicht und dabei zu aromatisiert. Eine kleine Gruppe nahm ihn auch als pelzig wahr und hatte das Gefühl, dass er den Mund zusammenzieht (adstringieren - zu diesem Phänomen werden wir uns noch zu gegebener Zeit äußern).

Fazit: Dieser italienische Bio-Rotwein aus dem Netto polarisiert und hinterlässt zwei ungefähr gleich große Fraktionen – eine klassische Geschmacksfrage. Aber er hat deutlich besser abgeschnitten als der BioBio Schwesterwein. Das Süße und Vanillige ist recht dominant, aber wer auf sowas steht, ist mit diesem Wein scheinbar ganz gut bedient – eine Bestwertung unterstreicht das nochmal.

Special Guest: Vivolino Tinto – La Mancha – Espana – 13,5%vol – unter 4 € bei Vivo lo vin

Vivolino 1Design: Die kleine Fledermaus auf dem elegant-dezenten Etikett hat auf Anhieb die Herzen erobert – dicker Pluspunkt im Voraus, da sind sich fast alle einig. Ja, Tiere gehn immer. Aber das kann auch eine schwere Hypothek sein – siehe Bio-Nero – die geschmacklich erst wieder ausgelöst werden muss. Also: Die Erwartungen sind hoch...

Bouquet: ...und werden im Großen und Ganzen erfüllt: Der Wein rieche rund, fruchtig, sanft und samtig, so die Mehrheit. Na, das hört sich doch gut an. Auch Brombeere, Zitrone, Holzaromen und sogar Guave und Maracuja wurden vereinzelt ausgemacht (ob die letzten beiden Urteile ernst gemeint waren, konnte nicht abschließend geklärt werden). Insgesamt eine angenehme Würze. Aber es gab auch ein paar leise, kritische Stimmen, die anmerkten, dass es bei dem Vivolino-Rotwein auch etwas Bitteres, Säuerliches gebe.

Geschmack: Bis auf die Person, die ein leichtes Gummibärchen-Aroma zu identifizieren glaubte, gab es eigentlich nur einen Wermutstropfen: Im Abgang sei der Vivolino nicht ganz so effektvoll, wie erhofft. Was aber hauptsächlich am guten "Eingang" liegt, der fast alle überzeugt hat (wahrscheinlich wegen der Fledermaus): Angenehm wenig Säure, fruchtig, beerig, ganz leicht vanillig und mild, ohne zu leicht zu sein – mit einem Wort: lecker. Eine Probandin meinte, dieser Bio-Rotwein sei ein schöner Einsteiger*innen-Wein, rund und vollmundig – da wollen wir nicht widersprechen. Ein anderer Kommentar traf es auch gut: yamyam...

Fazit: Da sag nochmal jemand, dass Batman bad taste sei. Da hat dieses Mitbringsel den eigentlich im Mittelpunkt stehenden Weinen doch tatsächlich den Rang abgelaufen – gleich mehrere Bestwertungen! Ein schöner, angenehmer Tropfen, bei dem man nichts falsch machen und der für bezahlbares Geld im Internet bestellt werden kann.

Günstiger Bio-Rotwein von Lidl, Netto und Rewe … und unser Special Guest – das Gesamt-Fazit:

ausgefüllte Fragebögen

Die ausgefüllten Fragebögen...eine Weinverkostung auswerten ist Knochenarbeit – und nicht gerade öko...

Wer den Text aufmerksam gelesen hat, kann es sich schon denken...es gibt einen eindeutigen Favoriten: Vivolino. Dieser Bio-Rotwein hat durch die Bank überzeugt (zumindest die meisten). Die Bio-Weine von Rewe, wie es sich für den Nobeldiscounter gehört die teuersten getesteten Bio-Rotweine (und im Rewe die billigsten im Regal), konnten nur halb überzeugen – genauer: Der Los Cántaros schon (yeah: zweiter Platz), der Angélique weniger...

Der strahlende Sieger: Vivolino

Der strahlende Sieger: Vivolino

Die ...tastes like Wine!-Empfehlungen: Probiert mal den Vivolino und den Los Cántaros, da könnt ihr eigentlich nichts verkehrt machen. Wer auf Vanille und Co steht, kann auch ruhig mal zum BioBio Montepulciano d'Abruzzo von Netto greifen.

Keine Empfehlung: ...bekommt der Bio Nero d'Avola von Lidl, der Angélique aus dem Rewe sowie der BioBio Tempranillo von Netto – alle 3 Bio-Rotweine haben im Gesamten schlecht abgeschnitten (wobei es zumindest beim Bio-Rotwein von Netto und dem vom Rewe ein paar positive Ausnahmewertungen gab).

 

Noch ein paar erklärende Sätze zum Schluss: Wir haben keine Blind-Verkostung durchgeführt, daher ist es nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich, dass die Etiketten und das Wissen um die jeweilige Supermarktherkunft den Geschmack positiv oder negativ mitgeprägt haben. Wir werden das künftig mal so und mal so handhaben und vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt mal eine Meta-Analyse durchführen (oho...).

Alle Weine wurden von den Teilnehmenden (10 an der Zahl) nicht nur kommentiert, sondern abschließend auch bewertet. Die Bewertungen haben wir in diesem Artikel nicht im Einzelnen übernommen, sie sind aber in die Fazite eingeflossen. Irgendwann in Zukunft werden wir hoffentlich auch ein schickes optisches Bewertungssystem integrieren, so dass Ihr euch im Zweifel den ganzen Text mit den vielen lästigen Wörtern sparen könnt...

Und nicht vergessen: Das war Teil 1...Teil 2 folgt!

 

All high end-pictures: ...tastes like Wine!

 

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