Wein: eine Art Zahnpasta für’s Gehirn?

Wein Gehirn

Wie gut ein Glas Wein schmecken kann, stellt man nicht zuletzt nach längerer Abstinenz fest*. So geschehen auch bei mir, raffte mich doch die allenortens marodierende Grippe nieder und hielt mich endlos lange Tage fest in ihrem erbarmungslosen, schweißnassen Griff. Vor allem aus diesem Grunde gab es hier bei …tastes like Wine! länger nichts Neues mehr zu lesen. Alleine an Wein zu denken, schien mir unmöglich. Dabei: Vielleicht war die Krankheit gerade in dem Umstand begründet, im Vorfeld unvorsichtigerweise etwas zu wenig bzw. selten Wein getrunken zu haben. Neueste Forschungsergebnisse legen dies nahe…

In vino veritas sanitas

Wein macht nicht nur glücklich, sondern auch gesund. Die Wissenschaft bestätigt erfreulich häufig, dass es nicht nur das positive Denken über den Weingenuss ist, welches die Heilungskräfte des Körpers aktiviert. So soll Wein nicht nur gut sein für das Herz, sondern auch für das Gehirn, wie Wissenschaftler*innen der University of Rochester herausfanden.

Studienautorin Maiken Nedergaard, Co-Direktorin des Center for Translational Neuromedicine des University of Rochester Medical Centers (URMC), betonte, dass das erste Mal gezeigt werden konnte, dass niedrige Alkoholdosen der Gesundheit des Gehirns zuträglich sein können. Vor allem in dem Sinne, dass die Fähigkeit des Gehirns gestärkt werde, „Abfall“ zu entsorgen. Damit sind in diesem Falle nicht Gedanken gemeint, die sich auch gut durch Alkohol beiseite schieben lassen.

Konkret soll die neue Studie zeigen, dass geringe Mengen Alkohol dazu beitragen, Entzündungen zu unterdrücken und das Gehirn dabei unterstützen, Toxine zu beseitigen – inklusive derer, die im Zusammenhang mit Alzheimer stehen. Schlechte Nachricht: Der anhaltende Konsum großer Mengen an Alkohol hat den gegenteiligen Effekt.

Wein Gesundheit Gehirn

Gehirnzellen oder Weinflaschen?

Alkohol kann sich also als positiver, i.e. reinigender Faktor im glymphatischen System erweisen, jenem Entsorgungssystem für Abfallstoffe im Zentralnervensystem, das erstmals vor einigen Jahren von Nedergaard und Co beschrieben wurde. Gut, ob Wein nun eher die übertragene Eigenschaft der Zahnbürste oder die der Zahnpasta hat, darüber lässt sich vielleicht streiten. Die Konsistenz legt Zahnpasta nahe. Womöglich eine Kombination aus beidem. Aber lassen wir das. Kommen wir zum Schluss lieber zur spannenden Frage, was denn nun eine niedrige Menge Alkohol bzw. Wein ist. Das hängt freilich von der jeweiligen Person ab, aber im Durchschnitt beantwortet das die Studie mit bis zu 2,5 Drinks am Tag, was dem US-Standard-Drink zufolge ungefähr 375 ml 12-prozentigem Wein entspricht.

Die Studie „Beneficial effects of low alcohol exposure, but adverse effects of high alcohol intake on glymphatic function“ ist im Journal Scientific Reports erschienen.

*unglaublich gut!

Bildnachweis: pixabay.com/jarmoluk, pixabay.com/phideg

 

2 Kommentare

  • Das sind ja gute Nachrichten. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass gerade „reinigende Effekte“ nicht erwartet werden können, wenn der Wein mit Pestiziden belastet ist. Leider ist das häufig der Fall. Deshalb sollte – wenn die Absicht besteht, Gifte auszuspülen – beim Weingenießer die Präferenz bei Biowein liegen.

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