Weinlese 2017 fällt um fast 20 Prozent geringer aus als im letzten Jahr

Weinlese 2017

Früh gestartet, früh abgeschlossen, wenig geerntet: so kann man die Weinlese 2017 in wenigen Worten beschreiben. Das Deutsche Weininstitut (DWI) erwartet vor dem Hintergrund der letzten Ertragsschätzungen eine bundesweite Weinmosternte von rund 7,5 Millionen Hektolitern – das wäre ein Minus von 18 Prozent gegenüber 2016 sowie dem zehnjährigen Mittel von 9 Millionen Hektolitern.

Weinlese 2017

Quelle: Deutsches Weininstitut

Die Hauptursache für den vergleichsweise niedrigen Ertrag wird in den Aprilfrösten gesehen, die viele Weinberge geschädigt haben. Hinzu kamen Hagel und andere Wetterextreme. Aber nicht alle Lagen waren in gleichem Maße betroffen. Für die einzelnen Regionen und Weingüter fiel die Weinlese 2017 daher sehr unterschiedlich aus. Trotz des niedrigen Ertrags rechnet das Deutsche Weininstitut mit „guten bis sehr guten“ Weinqualitäten – dies zu behaupten ist freilich der Job des DWI, das Marketing für den Wein aus Deutschland betreibt, aber hoffen wir mal, dass es stimmt.

Übrigens: Eine Weintraube kann aus bis zu 50 Beeren bestehen. Die Trauben an einem Weinstock ergeben rund 1 Liter Wein.

Auch in vielen anderen Weinbau-Ländern Europas hat das Wetter die Weinernte 2017 quasi verhagelt: Die EU-Kommission geht laut DWI aktuell von einer europaweiten Weinmosterntemenge in Höhe von rund 146 Millionen Hektolitern aus. Dies wäre die kleinste europäische Weinmosternte seit dem Jahr 2000. Sie läge damit 23 Millionen Hektoliter (14 %) unter dem Vorjahresergebnis und 22 Millionen Hektoliter (13 %) unter dem 5-jährigen Mittel.

EU-Weinmosternte

Quelle: Deutsches Weininstitut

Und auch außerhalb Europas war das Klima 2017 dem Weinbau nicht wohlgesonnen. In Kalifornien war es in diesem Jahr mit fast 40 Grad vielerorts zu heiß für die Trauben, die teils am Rebstock fast vertrockneten. Für die Weinlese 2017 rechnen die Weingüter aus dem Napa und Sonoma daher mit Ertragseinbußen von bis zu 20 Prozent.

Freuen darf sich wahrscheinlich Großbritannien: Wegen des Klimawandels wird auf den Weinbergen jenseits des Ärmelkanals Jahr für Jahr mehr Wein geerntet. Wie die Weinlese 2017 in Großbritannien ausgefallen ist, ist uns zwar nicht bekannt. Aber in den letzten 10 Jahren ist die Weinherstellung auf der Insel um ein gutes Drittel angestiegen.

Mehr zum Weinbau in England erfährst Du hier…

3 Kommentare

  • Alex sagt:

    Der Ertrag bei der Weinlese befindet sich seit Jahren in einer Abwärtsbewegung. Der Chart zeigt es ja, bis auf wenige Jahre, leider eindeutig. Dummerweise sprechen wir hier vom geliebten Rebensaft und nicht von den Börsen. Die sind ja bekanntlich, bedingt durch andere Extreme, fleißig nach oben gegangen. Beim Wein sieht es leider nicht so gut aus. Ob alles auf den Klimawandel zurückzuführen ist, kann ich nicht beurteilen. Bei uns an der Mosel jammern aktuell viele Winzer. Dann hoffen wir nur, dass auch diese Winzer die positive Stimme des DWIs gehört haben und auch in diesem Jahr gute bis sehr gute Qualitäten liefern werden. Ich bin da, nicht ganz uneigennützig, optimistisch! Regnerische Grüße von der Mosel, Alex

  • kabb sagt:

    Ach, wenn igrend was schiefläuft, ist immer der klimawandel schuld. Bei naturprodukten sind schwankeungen in der ernte ganz natürlich. Die nächsten jahre sieht es bestimmt wieder besser aus

  • Alex sagt:

    Ja dann hoffe ich, dass deine Prognose stimmt und sich alles wieder etwas entspannt

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